Uni Rostock: Stiftungsprofessur Windenergietechnik
Windanlagenhersteller Nordex fördert die universitäre Forschung und Ausbildung im Bereich der Windenergietechnik
25. Februar 2011, von Stefanie
Bei einer schwachen Brise aus Südosten wurde gestern in der Universität Rostock der Vertrag für eine Stiftungsprofessur für Windenergietechnik unterzeichnet.
Der in Rostock ansässige Windanlagenhersteller Nordex will diesen Lehrstuhl an der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik in den nächsten fünf Jahren mit insgesamt 1,25 Millionen Euro finanzieren. Derzeit wird eine internationale Ausschreibung vorbereitet, damit die Professur bis zum kommenden Wintersemester besetzt werden kann. Ab dem Sommersemester 2012 sollen sich dann auch Studenten für einen gleichlautenden Masterstudiengang einschreiben können.
Steigerung der Effizienz und Zuverlässigkeit der Windkraftanlagen sowohl auf dem Land als auch auf dem Wasser – das sind die technischen Herausforderungen, die Nordex nun gemeinsam mit der Universität angehen will.

Derzeit beschäftigt sich das Unternehmen schon mit der Entwicklung neuer Schwachwindanlagen und einer neuen Generation von Offshore-Windrädern.
„Bei so viel Forschung- und Entwicklungsaktivitäten sind wir auch zwingend darauf angewiesen, sehr eng mit einer Hochschullandschaft zusammenarbeiten zu können“, betont Nordex-Vorstandsvorsitzender Thomas Richterich. In Rostock sieht er dafür ideale Voraussetzungen.
„Die Stiftungsprofessur sei jedoch nicht nur ein idealer Forschungspartner, sondern auch eine Bildungseinrichtung für den dringend gesuchten akademischen Nachwuchs“, so Thomas Richterich weiter, dem vor allem die anwendungsorientierte Ausrichtung des Lehrstuhls wichtig ist.
So wolle man bei gemeinsamen Forschungsprojekten Labore und Testeinrichtungen zur Verfügung stellen. Immerhin verfügt Nordex bundesweit über den größten Teststand für Rotorblätter. Weitere Investitionen in diesem Bereich seien geplant.
Eine hohe Attraktivität, auch für internationale Studierende, sieht Professor Dr. Egon Hassel, der mit etwa 20 Einschreibungen für den Masterstudiengang rechnet. „Die Windenergietechnik, die an den Bereich der Umwelttechnik grenzt, ist für die Studenten sehr lukrativ und wird intensiv nachgefragt“, schätzt der Dekan der Fakultät für Maschinenbau ein.

„Dass wir heute in der Lage sind, in einem sehr innovativen Feld der Windenergietechnik eine Stiftungsprofessur einzurichten, ist in sofern etwas ganz Besonderes, weil wir nicht nur einen großen Forschungsauftrag bekommen, sondern damit im besten Sinne Forschung und Lehre miteinander verbinden“, betont Professor Dr. Wolfgang Schareck.
Für den Rektor der Universität ist eine gute Lehre eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung marktfähiger Produkte und der Schaffung von Arbeitsplätzen für die Absolventen. „Wir haben die Hoffnung, dass wir dadurch junge innovative Ingenieure im Land halten und vielleicht auch Nachwuchs für Unternehmen der Branche generieren“, so Wolfgang Schareck.
Die Idee für diese Stiftungsprofessur ist vor eineinhalb Jahren im Verein Wind Energy Network entstanden, dem etwa 80 Unternehmen die Windenergiebranche angehören. Zukünftig will man auch berufsbegleitende Studiengänge einrichten, denkt der Vereinsvorsitzende Andree Iffländer schon weiter.
Die Stiftungsprofessur ist zunächst für fünf Jahre geplant. Danach hat sich die Universität verpflichtet, den Lehrstuhl zu verstetigen.