
Seit über 20 Jahren lebt Wladimir Kaminer nun schon in Berlin und schreibt dort nicht nur Bücher, sondern macht auch Musik. Sein erster Erzählband „Russendisko“ prägte den Begriff für neue russische Volksmusik mit Popeinschlägen. Unter dem Titel veranstaltet er auch regelmäßig Partys, auf denen er selbst als DJ auflegt. Vor der Lesung lief zur Einstimmung auch die - von dem Autor mit zusammengestellte - Schallplatte „Ukraine do Amerika“, die mit ukrainischen Hits für gute Stimmung unter den Gästen sorgte.

Zuerst erzählte der selbst ernannte „Rotwein-Russe“, der während der Lesung nur Wasser trank, von seinen Reisen. Viel rumgekommen sei er in diesem Jahr. „Ich werde immer häufiger eingeladen, etwas über neue deutsche Literatur zu erzählen. Jetzt gerade war ich in Mexiko“, berichtete der Autor. Für den April ist er ins Konsulat in St. Petersburg eingeladen, wo er einen Literaturlehrgang leiten soll.

Aber auch viele persönliche Begebenheiten hat der Autor zu Papier und gestern Abend auch zu Gehör gebracht. Erlebnisse mit dem frisch erworbenen Führerschein („das Auto ist eine Kapsel des Todes“) oder von einem Ausflug in den Kletterpark brachten das Publikum immer wieder zum Lachen. Zwar ist die letzte Geschichte schon älter, jedoch wurde sie in der Pause von einigen Gästen gewünscht. Und der sympathische Entertainer kam diesem Wunsch gerne nach.
Neben Textwünschen und Gesprächen mit Kaminer konnte man in der Pause auch eins der vielen Bücher kaufen. Das hatte den Vorteil, dass man sie sich direkt signieren lassen konnte. Und auch die Schallplatten der Russendisko waren gefragt und verkauften sich sehr gut. Vielleicht hat der eine oder andere so noch ein kurzfristiges Weihnachtsgeschenk gefunden.
Eine besondere Ankündigung machte Kaminer am Ende der Lesung. Im nächsten Jahr wird sein Debüt „Russendisko“ ins Kino kommen. Die Hauptrolle wird Matthias Schweighöfer übernehmen. „Ich hab den Film schon gesehen und finde, er ist sehr gut geworden.“ Wie die Zuschauer ihn finden, wird man dann im nächsten Jahr sehen. Und wenn der Autor wieder nach Rostock kommt, wird man sicher auch die Gelegenheit haben, mit ihm darüber ins Gespräch zu kommen.

Eine tolle Lesung also und ein schöner Jahresabschluss für alle Beteiligten.