
Da das Kerlchen jedoch seine Noten vergessen hatte, verließ es das äußerst entzückte Publikum sofort wieder. Als es erneut erschien, hatte es nicht nur die Noten, sondern auch musikalische Verstärkung mitgebracht. Anna von Rohden erstritt sich nun ihren Platz am Klavier und Magdalena begann das „Lied des Pinocchio“ von Kurt Schwaen zu singen. „Vielleicht bleib ich ein Hampelmann, …“ trällerte sie höchst famos.

Dann begrüßte sie das Publikum und sprach vielen Helfern und Sponsoren ihren Dank aus. Über siebzig Konzerte habe der Verein im letzten Jahr organisiert. Eine große Hilfe war beispielsweise die Scandlines GmbH. Aber auch bei Herrn Klaus Kreutzer vom Piano Centrum Rostock bedankte sich die Vorsitzende herzlich. Er habe sogar am Sonntag für den Transport des einen oder anderen Pianos gesorgt.

Er hatte 1977 die Organisation Live Music Now in Großbritannien gegründet. Deren Ziel ist es, über die Musik Heilung, Trost und Frohsinn zu denjenigen Menschen zu bringen, die selbst aufgrund ihrer besonderen Lebensumstände oder körperlichen Gebrechen nicht in ein Konzert kommen können. Dieser Gedanke leitete auch Menuhin selbst, als er im 2. Weltkrieg in Lazaretten und für die Überlebenden der Konzentrationslager spielte.

Das Glück und die Empfindungen, die ihre Stücke bei den Zuhörern auslösten, könnten sie viel intensiver spüren als im Konzertsaal. „Live Music Now“ ist aber zugleich ein Förderprogramm, das den jungen Musikern eine finanzielle Unterstützung ermöglicht.
Alsbald gehörte die Bühne den Musikerinnen und Musikern selbst. Lilit Grigoryan spielte auf wundervolle Weise ein Stück von Frédéric Chopin vor und Kae Hirano sang das Couplet der Adele: „Spiel‘ ich die Unschuld vom Lande“ aus der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss wirklich entzückend.
Begeistert haben auch die Ausbilder der Stipendiaten von „Live Music Now“. Klaus Häger sang „Der Musensohn“ von Franz Schubert, begleitet am Klavier von Karola Theill.
Zum Abschluss sang eine ganze Schar von Musikern „Stoßt an, stoßt an, stoßt an!“ ebenfalls eine Passage aus der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss. Wie passend! Gab es doch im Anschluss an das Benefizkonzert einen Empfang im Foyer der HMT.