
An den Scheiben herrschte daher großes Gedränge. Presse und Zoobesucher mussten aber noch ein Weilchen warten, bis Mama Sunda sich mit ihrem Kind blicken ließ und das Planschbecken am liebsten mit in den unbeobachteten Backstagebereich gezogen hätte. Papa Ejde war vorangegangen und ließ sich derweil unbekümmert Leckereien zustecken. Ab und zu ein Kontrollblick auf seine Familie. Ansonsten muss er nicht die ganze Zeit neben seinen beiden Damen hocken.

Ling-Ling, Takada, Kinabala, Momoko, Nozomi, Kioko standen unter anderem ebenfalls zur Auswahl, nachdem der Zoo Rostock um Namensvorschläge gebeten hatte. Aus der Region sollten sie kommen, so die Vorgabe. Da Orang-Utans auf der Insel Borneo beheimatet sind, also asiatisch im weitesten Sinne.

Dass sie ein kleiner Sonnenschein ist, kann Achim Wroblewski bestätigen. „Alles ist wohl auf. Sie trinkt fleißig, hinten kommt wieder alles raus und sie hält sich gut fest. Das sind die wichtigsten Dinge zum Anfang. Wir sind absolut zufrieden“, erläutert der Tierpfleger.

Dann wird man weitersehen, ob die Kleine im Darwineum bleibt oder durch das Europäische Erhaltungszuchtprogramm, an dem sich der Rostocker Zoo seit 25 Jahren beteiligt, woandershin vermittelt wird.
Surya ist der sechste Orang-Utan der zwölf Menschenaffen im Zoo Rostock. Gleich nebenan bewohnt ihr Bruder Sabas, der am 24.09.2003 als letzter Orang-Utan-Nachwuchs in Rostock das Licht der Welt erblickte mit zwei englischen Damen.
Für Sunda und Edje ist bereits das dritte Baby. Die erfahrene Sunda hat seit 1986 schon fünf Orang-Babys das Leben geschenkt. Seitdem seit 1963 erstmals Orangs in den Rostocker Zoo zogen, wurden insgesamt neun Jungtiere geboren.
Seit 1956 werden im Zoo der Hansestadt Menschenaffen gehalten. Waren es anfangs Schimpansen leben neben den Borneo-Orang-Utans hier heute Gorillas. Im letzten Jahr haben sie das Darwineum bezogen. Die Tropenhalle hat für einen Besucherzuwachs gesorgt. Ein Drittel seien es mehr im Vergleich zum Vorjahr, informiert Zoodirektor Udo Nagel und erklärt die angespannte Parkplatzsituation: „In drei Sommermonaten sind die Parkplätze überfüllt, besonders während Hansa-Spielen. Wir wollen deshalb aber nicht erweitern. Erst wenn die Besucherzahlen weiter steigen, denken wir über ein Parkhaus mit mehreren Etagen nach.“
Surya muss hingegen ganz andere Entwicklungsaufgaben bewältigen. Noch hängt sie an der Mutter. Ab und zu greift sie schon neugierig herum. In ein paar Monaten wird sie beginnen, ihre Umgebung auf eigenen Füßen zu erkunden. Bis dahin hat sie einen entspannten Tagesablauf: Nur festhalten, alles andere ergibt sich, erzählt Tierpfleger Achim Wroblewski.