Am 26.04.2012 ist der erste Computer der Welt, die Zuse Z3, der Star im Rostocker Konrad-Zuse-Haus, der neuen Heimat der Informatik-Forscher und Informatik-Studenten der Universität Rostock. Zum Auftakt der Langen Nacht der Wissenschaften in Rostock bietet damit das Institut für Informatik Besuchern dieser traditionellen Rostocker Wissenschaftsveranstaltung neben zahlreichen anderen Höhepunkten etwas ganz Besonderes: die Demonstration der Zuse Z3 R, eines funktionstüchtigen Nachbaus des ersten Computers der Welt.


Zum Vergleich: Ein Prozessor, der heute in einem BMW Z4 verbaut ist, verfügt über eine milliardenfach höhere Rechenleistung als die von Konrad Zuse entwickelte Z3. Im BMW Z4 hat allein der Prozessor des Assistenzsystems zur Kollisionserkennung, ein Prozessor von vielen, mehr als 300 Mega-Hertz. Die Taktfrequenz des Zuse Z3 betrug fünf Hertz, moderne PC-Prozessoren bringen es auf einige Giga-Hertz. Auch bei der Speicherkapazität haben sich in 70 Jahren Revolutionen vollzogen. Der Zuse-Z3-Hauptspeicher hatte eine Kapazität von 768 Bit. Ein moderner PC kann Datenmengen von zwei GigaByte speichern, das sind zwei Milliarden Byte oder 16 Milliarden Bits. Auch hinsichtlich der Größe sind die Veränderungen beeindruckend. „Die Informatik ist die Wissenschaft des Verschwindens“, sagt Prof. Dr. Andreas Heuer, Experte für Datenbank- und Informationssysteme am Institut für Informatik. Die Zuse Z3 nahm drei Schränke in Anspruch. Ein heutiger Prozessor hat nur noch die Größe eines Fingernagels. Heuers lakonisches Fazit: „Heute leistet ein Fingernagel milliardenfach mehr als drei Schränke vor 70 Jahren“.
Quelle: Universität Rostock