Frühjahrsbepflanzung in Warnemünde
Während Hotels schließen und Veranstaltungen abgesagt werden, kehrt mit der Frühjahrsbepflanzung in Warnemünde etwas Normalität in Zeiten von Corona ein
19. März 2020, von Olaf
Richtig, da war ja noch etwas: Morgen ist Frühlingsanfang! Doch das Bild an der Promenade wirkt heute Morgen irgendwie surreal. Während das Coronavirus Warnemünde in den unfreiwilligen Winterschlaf schickt, setzen Mitarbeiter des Amtes für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege Frühjahrsblüher in die Erde.
Ja, etwas eigenartig sei die Situation schon, bestätigt Katrin Wimmer, angesichts der fehlenden Urlauber. Zusammen mit ihren Kollegen verschönert die Fachteamleiterin vom Grünamt die Promenade im Seebad mit insgesamt 6.026 Pflanzen – Tausendschönchen in rot und rosa, Vergissmeinnicht in weiß und blau sowie Stiefmütterchen in gelb, orange und blau mit Auge.
Insgesamt werden im Rahmen der Frühjahrsbepflanzung in diesem Jahr 29.275 Pflanzen in die Erde gebracht. Am nächsten Donnerstag werden die Beete in der Langen Straße und am Hermann-Duncker-Platz bepflanzt, am 2. April folgt der Alte Strom in Warnemünde. „Wir haben die Pflanztermine etwas entzerrt, weil wir aus gegebenen Umständen weniger Leute sind“, erklärt Katrin Wimmer. Bereits im Herbst wurden 2.110 Blumenzwiebeln gesteckt. 12.611 Euro sind dafür im Haushalt eingeplant.

Sollte es in den kommenden Tagen noch etwas Nachtfrost geben, schadet dieser den Pflanzen nicht. Und auch Trockenheit ist kein Problem. In allen Saisonblumenflächen gibt es Beregnungsanlagen.
Blumenwiesen soll es in diesem Jahr in Rostock ebenfalls wieder geben. Wenn sich an den Planungen nichts ändert, werden die insektenfreundlichen Biotope an insgesamt 14 Standorten blühen. Vorrangig sollen diese mehrjährig angelegt werden, erklärt Katrin Wimmer, da die einjährigen Wiesen jedes Jahr wieder sehr viel Arbeit verursachen. Wie im Vorjahr soll es in Warnemünde eine Blumenwiese entlang der Rostocker Straße geben, in der Innenstadt am Kanonsberg sowie am Kröpeliner Tor Center.
Hotels im Seebad Warnemünde schließen
Seit gestern dürfen Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in Mecklenburg-Vorpommern keine Urlaubsgäste mehr aufzunehmen. Touristen, die bereits im Land sind, müssen ihren Aufenthalt spätestens heute beenden und abreisen.
Geschäftliche Übernachtungen sind zwar noch erlaubt, doch ohne Konferenzen, Tagungen und Veranstaltungen spielen diese fürs Ostseebad keine Rolle. Die meisten Warnemünder Hotels schließen komplett.
Tagesausflüge aus anderen Bundesländern untersagt
Auch Tagesausflüge aus anderen Bundesländern sind – mit Ausnahme privater Besuche – untersagt. Wer seinen Erstwohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern hat, darf sich hier zwar weiter frei bewegen, doch die Landesregierung bittet darum, „alle Ausflüge und Besuche auf ihre Notwendigkeit zu prüfen“. Schließlich geht es darum, die direkten sozialen Kontakte möglichst weit zu reduzieren, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Die Regelungen gelten vorerst bis zum 19. April.
Veranstaltungen bis Anfang Mai abgesagt
Keine Saisoneröffnung am Warnemünder Leuchtturm, kein Fackelumzug, kein Osterfeuer – bis Anfang Mai hat die Tourismuszentrale alle Veranstaltungen im Seebad abgesagt. Neben den Osteraktivitäten fallen auch das 26. Stromerwachen mit dem 11. Drehorgeltreffen (30. April bis 3. Mai) sowie der Sandburgenwettbewerb (2. Mai) dem Coronavirus zum Opfer.
Abgesagt wurde auch die für den 1. Mai geplante Hafengeburtstagsfeier. 60 Jahre Überseehafen und 70 Jahre Fischereihafen sollten am Tag der Arbeit gemeinsam groß gefeiert werden. In Warnemünde war ein Tag der offenen Tür im neuen Kreuzfahrtterminal geplant.