Ocean Initiatives 2012 - Strandreinigung in Hohe Düne
Rund 30 Freiwillige versammelten sich am Strand von Hohe Düne, um im Rahmen der „Ocean Initiatives“ den Strand von Plastik-Müll zu befreien
24. März 2012, von Christina
„Es geht darum, Bewusstsein zu schaffen, gerade für unser Konsumverhalten“, erklärt Anke Paap den Freiwilligen, die sich am Samstag zur Strandaufräumaktion in Hohe Düne trafen.
Die Aktion zur Säuberung des Strandes von Plastik-Abfällen fand im Rahmen der „Ocean Initiatives 2012“ statt. Seit 17 Jahren mobilisiert die Aktion „Ocean Initiatives“ europaweit Freiwillige, um am ersten Frühlingswochenende im Jahr Strände von Plastikmüll zu befreien. Im letzten Jahr fanden sich europaweit insgesamt über 42.000 Freiwillige.
„Das Problem der Plastik-Müll-Verschmutzung wird uns noch lange begleiten. Plastik zersetzt sich erst nach Hunderten von Jahren und landet dann natürlich in der Nahrungskette. Außerdem verenden eine Menge Meerestiere an den Folgen der Verschmutzung“, erklärt Anke Paap, die Leiterin der Strandaufräumaktion in Hohe Düne.

Anke Paap ist Künstlerin und fertig seit Jahren Collagen aus Plastikmüll, den sie an den Ostseestränden gesammelt hat. Durch ihre „beached art“ beschäftigt sie sich seit Langem mit der Müll-Verschmutzung der Strände und freut sich über die rege Beteiligung der rund 30 freiwilligen Sammler.
„Man muss aufpassen, es sieht gar nicht nach so viel Müll aus, aber es ist eine Menge kleinteiliger Abfall hier im Seegras verfangen. Ich konnte gerade gestern noch den Trecker ausbremsen, der das alles hier unter den Sand pflügen wollte“, macht Anke Paap die Freiwilligen auf den sorglosen Umgang mit Plastikresten aufmerksam.
Besonders gefällt der Künstlerin, dass die freiwilligen Helfer durch ihre Beteiligung aus verschiedensten Blickwinkeln auf das Problem aufmerksam machen. Neben ihr als Künstlerin helfen Wassersportler und Anhänger von wissenschaftlichen Verbänden, wie dem gemeinnützigen Verein „EUCC – die Küsten Union Deutschland“, den Strand von Plastik zu befreien.

Initiator der „Ocean Initiatives“ ist die „Surfrider Foundation Europe“, ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 20 Jahren weltweit für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Meere, Strände, Küsten und Flüsse einsetzt. Seit 2011 gibt es auch in Deutschland eine Gruppe der „Surfrider Foundation“ in Hamburg.
Als Mitglied des Vereins ist auch Martin Richter mit seinen Freunden vom Rostocker „Soulsurf Shop“ gekommen, um zu helfen. „Surfen ist ein naturverbundener Sport und daher haben wir einfach Interesse daran, dass unsere Strände sauber sind“, erklärt der Inhaber des Surf-Ladens.

Durch seine Nebentätigkeit als Surflehrer hat Martin Richter schon im Studium ähnliche Einsätze mitgemacht: „Immer wenn keine Wellen waren, sind wir mit unseren Kursen losgezogen und haben gesammelt“, erklärt der 30-Jährige, der so auch schon an den Stränden von Frankreich und Spanien Plastikmüll beseitigt hat – gerade kommt er von einem Einsatz aus Portugal.
„Das kann schon echt Spaß machen! Wir kombinieren das dann mit Crossgolf oder Grillen und so kann man daraus schon ein spaßiges Event machen“, findet Richter.
Den Beteiligten fällt auf, dass die Strandsäuberung in Deutschland vernachlässigt wird. „Man kann hier gar nicht genug auf das Problem aufmerksam machen“, erklärt Anke Paap. „In anderen Ländern passiert dahingehen viel mehr. Es gibt im Ausland eine Menge Strandaufräumaktionen, während sich in Deutschland vorrangig auf die Gemeinden verlassen wird.“