
Die wohl schwierigste Entscheidung hatte der Unparteiische Markus Wingenbach nämlich schon vor Spielbeginn zu treffen: Anpfeifen oder nicht? Bei Temperaturen um den Nullpunkt und heftigem Schneetreiben sah es anfangs nicht danach aus, dass die Partie zwischen Hansa Rostock und Alemannia Aachen heute stattfinden kann.
Auch wenn die 14.178 Zuschauer im Stadion, darunter etwa 1.000 Hansa-Anhänger, enttäuscht gewesen wären, stand doch im Vordergrund, dass sich keiner der Profis auf dem Platz verletzt. Mit 40-minütiger Verspätung konnte das Spiel dann starten und die gute Nachricht vorweg: Verletzt hat sich niemand.
Ab 14:10 Uhr rollt endlich der Ball in Aachen - mehr oder weniger gut. Die Spielbedingungen müssen doch eher als irregulär eingestuft werden. Beide Mannschaften haben mit dem Platz so ihre Probleme, zielgenaue Pässe und schöner Kombinationsfußball sind bei diesen Bedingungen nahezu unmöglich.

Wenn der Ball auf dem Grün nicht rollt, probiert man es, klar, per Kopf. Nach einem Freistoß und einer Kopfballstafette (Tobias Feisthammel, Albert Streit, Stephan Gusche und wieder zurück zu Feisthammel) landet das Leder jedoch direkt in den Armen von Hansa-Schlussmann Kevin Müller (21. Minute).
Die vielleicht spannendste Situation des Spiels bekommen die Zuschauer kurz vor der Halbzeitpause zu sehen. Nach einem misslungenen Klärungsversuch von Gusche hat Aachens Stürmer Benjamin Auer plötzlich freie Bahn. Kevin Müller kommt aus dem Kasten und bringt Auer im Strafraum zu Fall. Eigentlich ein klarer Elfer, doch Schiri Wingenbach pfeift nicht (41. Minute).

Die Bedingungen zeigen sich in der zweiten Hälfte etwas besser, auch wenn der Rasen weiterhin rutschig ist und Torszenen Mangelware bleiben. Die ersten Möglichkeiten haben die Rostocker. In der 56. Minute misslingt Borg ein Schuss von der Strafraumgrenze, eine Minute später kann sich Jordanov im Strafraum durchsetzen, spielt zu Mintal, der das Leder per Querpass auf den frei stehenden Perthel spielt. Doch der Ball verspringt – wen wundert es, bei diesen Platzverhältnissen!

Nach einem Freistoß wird es in der 72. Minute wieder im Strafraum der Hausherren gefährlich. Den Kopfball von Gusche hält Aachens Schlussmann Boy Watermann jedoch problemlos. Tore bekommen die Zuschauer auch in der Schlussphase nicht mehr zu sehen, es bleibt - wie im Hinspiel - beim 0:0.

Weiter geht es für Hansa Rostock bereits in fünf Tagen. Am Freitag um 20 Uhr ist im Kellerkampf der direkte Tabellennachbar FC Ingolstadt 04 in der DKB-Arena zu Gast. Dann können die Rostocker den Gästen die ungeliebte Rote Laterne mit auf die Heimreise geben.
Tore:
keine
Aufstellung, FC Hansa Rostock:
Kevin Müller (Torwart)
Marek Janecka, Matthias Holst, Stephan Gusche, Sebastian Pelzer
Robert Müller, Michael Wiemann
Edisson Jordanov (Tom Weilandt, ab 83. Minute), Marek Mintal, Timo Perthel
Freddy Borg
Fotos: Andreas Steindl