Der Frühling ist da, liebe Leser. Die Sonne scheint und wärmt uns wieder und die Wiesen leuchten in sattem Grün. Frühjahrsblüher sind schon seit längerem überall zu entdecken und auch die Bäume und Sträucher werden bald in den schönsten Farben erblühen. Ganz wie der Frühling selbst flimmern und leuchten aber auch die Werke Anka Kröhnkes in ihrer Farbigkeit. Wer mag, kann sie ab sofort in der Galerie am Alten Markt betrachten.

Wohl aber sind es nicht die uns bekannten flüssigen Farben, die sie dort sammelt. Es sind Dinge, die unsereins in den Müll wirft oder gar unachtsam irgendwo fallen lässt. Das Farbmaterial der Künstlerin besteht aus Getränkedosen, CDs, Lumpen, Holzresten, Plastiktüten und Aluminiumfolien, die recycelt werden sollten. Diese zerschneidet und verflechtet die Künstlerin miteinander, wodurch sich differenzierte farbige Strukturen ergeben. Mittels dieser Strukturen lassen sich bestimmte Ideen kompositorisch umsetzen. Das Gleichgewicht und die Dynamik der Farben interessieren Anka Kröhnke dabei am meisten.

Die Ausstellung „Neues aus Altem“ wurde in Zusammenarbeit mit dem Amt für Umweltschutz der Stadt Rostock vorbereitet. Sie soll nicht nur Kunstinteressierten sondern auch Kindern und Jugendlichen im Rahmen eines Schulprogrammes näher gebracht werden. Deshalb wird eine Betriebsbesichtigung bei der Veolia Umweltservice Nord-Ost GmbH mit dem Besuch der Ausstellung kombiniert werden. Auf diese Weise soll den Schülern ein bewussterer Umgang mit den von ihnen erzeugten Abfallstoffen nähergebracht werden.

Als Textilkünstlerin hat sie sich inzwischen längst einen Namen gemacht. Bekannt ist sie heute „nicht nur hier in Rostock oder in Kühlungsborn, wo sie zu Hause ist, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus. Zum Beispiel in Hamburg, wo sie auch lange Zeit gelebt hat“, sagte Karina Jens an diesem Abend. Die Bürgerschaftspräsidentin zeigte sich zudem sehr erfreut darüber, dass es die Künstlerin vor sechs Jahren nach Mecklenburg-Vorpommern zog.

Das Haus ist von einem wunderbaren großen Garten umgeben, Wohnmöglichkeiten werden ebenfalls angeboten. Ein Ausflug nach Kühlungsborn lohnt sich also immer.
Wie aber schafft es Anka Kröhnke in ihrem Alter neben der Arbeit im Ausstellungshaus und im Garten auch noch Kraft für ihre eigenen künstlerischen Ambitionen zu finden? „Anka Kröhnkes künstlerische Energie ist ungebrochen“, verriet Dr. Katrin Arrieta am Freitagabend in der Galerie am Alten Markt. Davon zeugen die ausgestellten Werke. Sie strahlen Vitalität und Harmonie zugleich aus. Die Kraft der Farben evoziert überdies heitere Empfindungen. Neben den Arbeiten aus verflochtenen Blech- und Aluminiumstreifen, werden Holzcollagen gezeigt. Diese wurden von Hand eingefärbt und wirken besonders räumlich. „Als schaue man von weit oben in einen architektonischen Dschungel“, erklärte Dr. Arrieta sich auf die Tiefenwirkung dieser Arbeiten beziehend.

Wolfgang Friedrich, Vorsitzender des Kunstvereins zu Rostock, der diese Ausstellung organisierte, verwies noch auf ein Künstlergespräch mit Anka Kröhnke, das am 8. Mai in der Galerie stattfinden werde. Es beginnt um 19.30 Uhr. Des Weiteren werde Dr. Katrin Arrieta am 27. Mai um 19.30 Uhr einen Vortrag über die Künstlerfamilie Rössler Kröhnke halten.