Fred Pollack: Geheimsprache der Seele
Neue Ausstellung in der Galerie am Alten Markt eröffnet
9. Oktober 2010, von Phillip
„Ich bin Maler und kein Plauderer.“ Entsprechend kurz fasste sich Fred Pollack bei der Eröffnung der neuen Ausstellung in der Galerie am Alten Markt. Die Bilder und nicht Worte sollten für sich sprechen, passend zum Ausstellungstitel „Geheimsprache der Seele“. Pollack tritt damit die Nachfolge der Künstlerfamilie Metzkes an, deren Werke zuletzt in der Galerie am Alten Markt zu sehen waren.

Der 1943 in Enschede geborene Niederländer Pollack bringt zudem ein wenig Internationalität in die Galerie. Der Veranstalter, der Kunstverein zu Rostock, ist zwar kein explizit internationaler Verein, dennoch ist man bestrebt, regelmäßig auch Künstler aus anderen Ländern nach Rostock zu bringen, wie Wolfgang Friedrich, Vorsitzender des Kunstvereins, betonte. Friedrich brachte auch seinen Dank der niederländischen Botschaft gegenüber zum Ausdruck, mit deren Unterstützung die Ausstellung zustande gekommen war.
Darüber hinaus verkündete er erstmals die Pläne des Kunstvereins, gemeinsam mit dem kulturhistorischen Museum in Rostock eine Ausstellung zur Geschichte des Kunstvereins durchzuführen. Diese soll im Jahr 2012 zum zwanzigjährigen Jubiläum des neuen Kunstvereins zu sehen sein.

Doch zurück zu Fred Pollack. Der Kontakt zwischen Kunstverein und Künstler kam vor wenigen Jahren durch die Kunsthistorikern Dr. Katrin Arrieta zustande. Als sie im Jahre 2008 erstmals den Werken von Pollack begegnete, fand sie sehr disziplinierte Bilder vor, die sie dennoch emotional berührten.
„Vor einem Jahr war ich bei Fred Pollack im Atelier. Das nun in einer Ausstellung zu sehen, ist ein ganz anderes Erlebnis“, freute sie sich in ihrer Rede.

Der Titel „Geheimsprache der Seele“ passt sehr gut zu Pollack, der bis in das Jahr 2000 hauptberuflich als Psychiater tätig war, bevor er seine Praxis schloss, um professioneller Maler zu werden. „Auf dem Gebiet der Seele ist er alles andere als ein Spekulant“, nahm auch Dr. Arrieta Bezug auf seine Psychiatertätigkeit.
„Ich male Gefühle“, beschreibt Pollack, der bereits malt, seit er fünf ist, seine Bilder. Diese werden zuvor nie im Detail geplant, die Idee entwickelt sich vielmehr während der Arbeit: „Es ist ein Spiel und ich sitze am Steuer.“

Dass es ihm gelingt, Emotionen auszudrücken, zeigen die Reaktionen der Ausstellungsbesucher, die betonten, dass die Bilder sofort Assoziationen weckten und man sich in die Werke hinein denken könne.
„Man merkt, dass ein sehr klarer Kopf hinter den Bildern steckt“, äußerte sich Christoph Chciuk, der selbst Künstler ist, über Pollacks Werke und wies zudem auf die Ruhe und Ausgeglichenheit hin, die sie ausstrahlen.
Zu sehen ist die „Geheimsprache der Seele“ noch bis zum 20. November in der Galerie am Alten Markt, jeweils Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr und samstags von 9:30 bis 15:30 Uhr.