Udo Rathkes „deluge“ in der Galerie wolkenbank
Farbstarke Ausstellung von Udo Rathke nach der Winterpause der wolkenbank
25. März 2012, von Andre
Einige Menschen sind davon überzeugt, dass in diesem Jahr die Welt untergeht. In Roland Emmerichs „2012“ ist es eine Sintflut, die das Leben auf der Erde schlagartig beendet. Etwas anders als mit den überladenen Effekten eines Hollywoodfilmes nähert sich Udo Rathke diesem Thema an. Zwar stehen seine Werke auch unter dem Titel „deluge“, französisch für Überschwemmung, jedoch lassen die intensiven Bildwelten auch viel Platz für eigene Interpretationen und Sichtweisen.

Nachdem das letzte Jahr in der Galerie wolkenbank mit der Gruppenausstellung „Mince pies #2“ erfolgreich beendet wurde, hat sich Galerist Holger Stark nach der zweimonatigen Winterpause einen alten Bekannten in seine Räume geholt. Udo Rathke gehörte zu den ersten Künstlern, die Holger Stark vor drei Jahren in seinen Räumen vorstellte. „Eigentlich wollten wir auch schon letztes Jahr wieder was zusammen machen, jedoch kam dann die Ausstellung in der Kunsthalle, sodass wir es auf dieses Jahr verschoben“, erzählt der Galerist.

In der erwähnten Ausstellung zeigte Rathke neben Handzeichnungen der Serie „elements“ auch digitale Kunstinstallationen mit dem Titel „moving painting“. Eine neue Arbeit dieser Reihe, „Red Water“, hat es auch in die wolkenbank geschafft. Was aussieht, wie ein Flammeninferno ist in Wahrheit das rot gefärbte Wasser eines Baches in Plüschow, der Heimatstadt des Künstlers.

Aber auch die gezeichneten Arbeiten lassen stellenweise an den Weltuntergang denken. Intensive Rottöne und dunkle Flächen wechseln sich ab und lassen so einen gefährlich wirkenden Kontrast entstehen. Inspiration hat sich der Künstler bei dem englischen Romantiker John Martin geholt, der auch den Untergang des Abendlandes in seinen Bildern verarbeitete. So finden sich Einflüsse vor allem in den zwei großformatigen Arbeiten „The Destruction of Pompeii and Herculaneum“ und „Satan on the Burning Lake“.
„Ich bin besonders aufgeregt, da die Werke fast alle ganz neu sind“, verriet Udo Rathke gestern bei der Ausstellungseröffnung. Neben Weltuntergangsassoziationen kann man in den sehr verdichteten Arbeiten auch Wettererscheinungen oder Farbexperimente erkennen. Auf jeden Fall laden die Formen und Farben sehr dazu ein, erforscht und gedeutet zu werden.

Neben Tusche arbeitet Rathke vor allem mit Lacken und Markern. „Ich mag den schnellen Strich der Filzstifte. Mit ihnen kann man sehr effektiv malen.“ Auch Ölkreide und Sprayfarbe kommen in einigen seiner Werke zum Einsatz, wodurch spannende Farb- und Materialkombinationen entstehen. Besonders beeindruckend ist der Inkjetprint „Cloud“. Wenn man vor dem Bild steht, hat man das Gefühl von Dreidimensionalität und einem sehr bewegten Nachthimmel.
Da die Welt erst im Dezember untergehen soll, ist noch genug Zeit, Kunst zu genießen. Die Werke von Udo Rathke sind bis zum 28. April in der wolkenbank zu sehen. Auch für die Sommermonate sind schon mehrere Ausstellungen in Planung, unter anderem wird Iris Thürmer einige ihrer Zeichnungen präsentieren.