
„Sehr in Eile“ lautet das Thema, das sich Galerist Holger Stark in diesem Jahr für die Gruppenausstellung „Mince pies #2“ als „spaßige Provokation für die Künstler“ ausgedacht hat.

Dokumentarisch sei das Bild, unübersehbar ist der Fahrzeuginnenraum am Rand ins harmonische Landschaftsbild gerutscht. Die Details der Fotografie sind es, die die Betrachter in Verzückung geraten lassen. Von „konkreter Romantik“ ist da die Rede beim Anblick der weiten Landschaft, der Lichtstimmung und des kleinen, kaum lesbaren Verkehrsschildes „Pasewalk-Nord“. Geborene Pasewalker freuen sich angesichts der kleinen Aufmerksamkeit für die Provinzstadt, die nicht gerade für ihren schnellen Pulsschlag bekannt ist.

Ruhe strahlt hingegen das Schweizer Bergmassiv von Natascha Pötz aus, das in ihrem zweiten Bild von Gleisen durchschnitten wird und so Bewegung in die Szenerie bringt. „Nachtfahrt“ lautet der Titel von Iris Thürmers Beitrag zu „Mince pies #2“, für die Gottfried Müller kaum Zeit gefunden hat. Sehr in Eile kritzelte er einen Entwurf zu seinem Kunstvorhaben und sandte ihn mit einer Entschuldigung nach Rostock.
Victor Kégli griff auf eine Arbeit aus dem Jahre 1995 zurück: einen Comic und Briefe, die ein nicht realisiertes Projekt für eine Kunstschau in Luxemburg dokumentieren. Hier wollte er in einem Waldstück durch ein Bundeswehrflugzeug eine Bombe abwerfen lassen.
Von Claudia Kappellusch ist die zweiteilige Arbeit „polar oder die unvollständige geschichte der unverfolgbarkeit der zeit“ zu sehen. Mit einer in Acryl gegossenen abstrakten Zeichnung und einem riesigen weißen Ballon spielt sie auf den missglückten Versuch des Schweden Salomon August Andrée an, mit einem Wasserstoffballon den Nordpol zu erreichen.

„Mince pies #2“ wird noch bis zum 14. Januar in der Galerie wolkenbank gezeigt. Die Ausstellung in der Wollenweberstraße 24 kann mittwochs bis samstags von 14 bis 19 Uhr besichtigt werden. Vom 24. bis 31. Dezember ist die Galerie wolkenbank geschlossen.