
Als im Jahr 1822 ein Weißstorch mit einem Pfeil im Hals erlegt wurde, war das eine wissenschaftliche Sensation. Da es sich zweifelsfrei um einen afrikanischen Pfeil handelte, konnte man belegen, dass die Tiere im Winter nach Süden ziehen. Vorher gab es wilde Spekulationen, unter anderem, dass sie sich in Sümpfen verstecken oder zu Mäusen werden.


Der Berliner Wolfgang Müller zeigt nicht nur 14 Zeichnungen aus der Reihe „Wandertaube“, sondern auch eine sehr spannende Videoinstallation. „Séance 2 – ein Gebärdenspiel“ lässt längst ausgestorbene Vogelarten wieder lebendig werden. Aus den detaillierten Beschreibungen der Tierlaute konstruierte er einen Text, der in einem Video in Gebärdensprache wiedergegeben wird. Besucher der Ausstellung sehen also, wie sich bestimmte Vögel mal angehört haben könnten.
Ebenfalls akustisch geht es bei Ulrike Mundt zu. Zwei große Lautsprecher hängen unter der Decke wie der Storch in der Luft. Aus ihnen kommen die bekannten Laute, die dem Vogel den Spitznamen Klapperstorch verpasst haben. „Ich habe die Geräusche selbst aufgenommen und dann am Computer nachgestellt, damit sie eine technischere Komponente bekommen“, erzählt Ulrike Mundt.
Komplettiert werden die dritten Mince pies von Lucia Schoop, die in ihren drei Drucken mit dem Titel „den Vogel abschießen“ kriegerische Auseinandersetzungen mit dem Thema der Vogeljagd kombiniert, und Christoph Rodde. Er lässt den „Adebar“ aus der Fabel zum Ende seiner Reise in das beleuchtete Gasthaus „Zum Schuss“ einkehren, wo es frischen Frosch als Delikatesse gibt.

„Es war ein gutes Jahr. Wir haben viele neue Leute erreicht, darunter auch Fachpublikum“, resümiert Holger Stark. Er will neben der Arbeit als Galerist auch weiterhin vor allem die künstlerischen Netzwerke fördern und ausbauen, wozu auch die jetzige Ausstellung beiträgt. „Für das kommende Jahr sollen nicht nur weitere professionelle Kooperationen entstehen, sondern auch kommerzielle Aspekte ausgeweitet werden“, erzählt Holger Stark.
Bis zum 12 Januar 2013 kann man sich die Mince pies #3 in der Galerie wolkenbank anschauen. Danach geht das Haus in eine wohlverdiente Winterpause.