Iris Thürmer – 20 Arten zu vergessen

Ausstellungseröffnung in der Galerie wolkenbank

1. November 2010, von
Die neue Ausstellung in der wolkenbank: Iris Thürmer - 20 Arten zu vergessen
Die neue Ausstellung in der wolkenbank: Iris Thürmer - 20 Arten zu vergessen

Am Samstag kamen nicht nur Kulturfreunde bei der Langen Nacht der Museen auf ihre Kosten. Auch Kunstbegeisterte in ganz Mecklenburg-Vorpommern konnten den gesamten Tag über Angebote im Rahmen des Tages der zeitgenössischen Kunst „Kunst Heute“ wahrnehmen.

Ein besonderes Highlight war die Eröffnung der Ausstellung von Iris Thürmer in der Galerie wolkenbank mit dem Titel „20 Arten zu vergessen“.

Galerist der wolkenbank Holger Stark
Galerist der wolkenbank Holger Stark

Die wolkenbank ist nicht nur Galerie, sondern versteht sich gleichzeitig als Agentur und Planungsbüro. „Wir wollen besonders Künstler aus unserem Land fördern“, sagt Galerist und Geschäftsführer Holger Stark. Acht Ausstellungen gibt es jährlich in dem Haus in der Wollenweberstraße zu sehen, welches im Dezember letzten Jahres gegründet wurde. „In diesem Jahr wird es zur Weihnachtszeit wieder eine Gruppenausstellung mit lockerer Kunst geben“, schaut Stark schon einmal voraus.

Künstlerin Iris Thürmer vor ihren Bildern
Künstlerin Iris Thürmer vor ihren Bildern

Im Gegensatz dazu zeichnen sich die Werke von Iris Thürmer durch eine große Intensität, Tiefe und Dichte aus. Die Künstlerin aus Wolthof arbeitet mit vielschichtigen Bildern, die auch häufig durch Texte geprägt sind. Die Bilder, die in dieser Ausstellung zusammengetragen sind, unterscheiden sich jedoch ein wenig von ihren sonstigen Arbeiten. So gibt es mehr monochrome, leuchtende Farbflächen, die Dichte wurde zugunsten von einer luftigen und schwingenden Wirkung zurückgefahren.

Das muss doch nicht sein - Iris Thürmer
Das muss doch nicht sein - Iris Thürmer

Nur in einem Bild hat Iris Thürmer Text verarbeitet. Es trägt den Titel: „Das muss doch nicht sein!“ und ist auf Baumwollgewebe gemalt, wie die meisten Bilder der Künstlerin. Sie verriet mir, dass der Text doch sehr dominant im Gesamtgefüge steht und so am ‚zur Ruhe kommen‘ hindert. „Ich arbeite sehr intuitiv und kann daher nicht genau beschreiben, was es mit diesem Satz auf sich hat.“ Man kann das Bild als Angebot sehen, sich selbst Gedanken zu machen. Jeder hat schon einmal diesen Satz gehört und kann die Farben und Wirkungen anders assoziieren.

Ein amüsantes Detail am Rande ist, dass nur 19 Bilder ausgestellt sind, obwohl der Titel „20 Arten zu vergessen“ lautet. Darauf angesprochen, sagt Iris Thürmer lächelnd: „Wir haben das 20. Bild einfach vergessen.“ Auch darin kann man vielleicht einen bewussten Prozess sehen, der zu den Arbeiten der Künstlerin passt. Durch das Übermalen und die verschiedenen Schichten kommen immer wieder Sachen durch, die man vielleicht schon vergessen hat. „Vergessen ist ein heilsamer Prozess. Dadurch, dass man neue Informationen aufnimmt, werden alte überschrieben“, so Thürmer.

„Die Bilder sind ein Augenschmaus für mich“ – mit diesen Worten eröffnete Holger Stark die Ausstellung. Zum ersten Mal gibt es auch einen ausstellungsbegleitenden Katalog, der in der wolkenbank erworben werden kann. Von Mittwoch bis Samstag, 14 bis 19 Uhr, können sich Kunstinteressierte die Bilder anschauen.

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