Aquarelle und Pastelle von Hanka und Frank Koebsch
Künstlerisches Ehepaar eröffnet Ausstellung im Haus der Stadtwerke
8. Juli 2011, von Andre
Rostock entwickelt sich immer mehr zu einer Stadt der kreativen Ehepaare. Nachdem im letzten Monat in der Galerie Klosterformat eine Ausstellung der Eheleute Rammelt-Hadelich eröffnet wurde, gibt es seit heute im Haus der Stadtwerke Aquarelle und Pastelle von Frank und Hanka Koebsch zu sehen. Über 30 Bilder verwandeln das Gebäude des Energieversorgers in eine farbenfrohe Galerie.

„Ich pendele nun schon seit vielen Jahren mit dem Auto nach Schwerin zur Arbeit. Da sieht man einiges“, beschreibt Hanka Koebsch die Grundlage des Bildes „Pendlerblues“. Aus der Fahrerperspektive eines Fahrzeuges erlebt der Zuschauer eine Collage von Eindrücken, die bei der täglichen Arbeitsfahrt auftreten können. Stau, Unfälle, Rettungsfahrzeuge. „Aber es gibt ja auch schöne Seiten, tolle Landschaften“, berichtet die Künstlerin. Diese Impressionen zieren den Rand Bildes.
Vor 15 Jahren hat das Ehepaar die gemeinsame Leidenschaft für Pinsel und Farbe entdeckt. In Workshops und Lehrgängen wurden die Grundlagen in Malerei und Fotografie vermittelt und schon im Jahr 2000 konnten die ersten Bilder in der Strandhalle Ahrenshoop besichtigt werden. Sechs Jahre später wurden dann zum ersten Mal Bilder der beiden unter dem Motto „Spätsommerliche Töne“ im Haus der Stadtwerke in der Kröpeliner Straße ausgestellt. Natürlich werden die Bilder auch verkauft und haben so inzwischen schon Besitzer in ganz Deutschland, Frankreich und sogar den USA gefunden.

Die jetzige Ausstellung ist thematisch und räumlich dreigeteilt. Im Erdgeschoss des Hauses gibt es eine Wand mit maritimen Arbeiten. Die Bilder zeigen das Strandleben, Seeleute bei der Arbeit und tolle Landschaften. Hier finden sich auch fünf kleinere Pastelle, die neben den Aquarellen in der Unterzahl sind. Im Treppenhaus befinden sich thematisch vielfältige Motive, darunter das schon beschriebene „Pendlerblues“. Zum Abschluss gibt es noch eine Wand mit sommerlichen Blumenmotiven.

„In 90 Prozent der Fälle nehmen wir Fotografien als Grundlage für unsere Arbeit“, erzählt Frank Koebsch. Auf ausführlichen Touren werden entweder Motive gezielt gesucht oder der typische Schnappschuss gefunden. Daraus entsteht dann die Malerei. „Es kommt auch mal vor, dass ich im Hafen sitze, aber dafür muss das Wetter stimmen, ich muss Lust haben und auch die Zeit muss da sein.“ Drei Dinge, die nur selten mal aufeinandertreffen.
„Der große Vorteil ist, dass man sich auch gegenseitig helfen kann“, sagt der Maler. Und seine Frau ergänzt: „Manchmal dauert ein Bild mehrere Wochen von der Idee bis zur endgültigen Umsetzung.“ Die Bilder von Frank Koebsch zeichnen sich durch harte Kanten aus, während seine Frau eher auf weiche Übergänge setzt. So haben die beiden ihren ganz eigenen Stil und die Zusammenstellung ist zu keiner Zeit langweilig.

„Das Leben muss bunt sein“, sagte Hanka Koebsch in einem Gespräch. Und dieses Credo sieht man den Bildern auch an. Man bekommt bei den bunten Blumenlandschaften und Küstenstreifen richtig Lust, selbst mal den Pinsel in die Hand zu nehmen. Jeder, der dabei professionelle Unterstützung braucht, kann im September und Oktober einen Volkshochschulkurs bei Frank Koebsch belegen und sich dort Tipps von dem Künstler abgucken.
Wer sich die Ergebnisse lieber nur anschauen will, kann das noch bis zum 9. September im Haus der Stadtwerke tun. Wer vorher schon mal digital einen Blick auf die Bilder werfen will, schaut einfach mal auf der Homepage des Ehepaares vorbei.