Bereits zum sechsten Mal öffnete am Mittwochabend die Berlitz Sprachschule ihre Türen für die Kunst. Wofür Elisabeth Glöde, Leiterin der Schule, auch eine ganz einfache Erklärung parat hatte. Denn schließlich seien sie und ihre Kollegen mit ihrem Unterricht für Kommunikation zuständig. „Aber neben der Sprache gibt es ja auch noch andere Kommunikationsmittel, wie zum Beispiel das Bild“, so Glöde.
So kommt es also, dass man bereits in der Garderobe von einem kleinen Vogel im Ei begrüßt wird. Es handelt sich gleich um das erste Werk des afrikanischen Künstlers Aristide K. Ahlin, dem man hier begegnet. Weitere seiner Werke finden sich verstreut durch die gesamten Räumlichkeiten. Ein bunter Mix aus Farben und Formen, der seine afrikanische Wurzeln erkennen lässt.


Recht hat er, denn nahezu alle Bilder sind unglaublich farbenfroh. Egal ob das nun ein strahlendes, helles Bunt oder ein eher dunkleres, erdiges meint. Eine weitere Gemeinsamkeit stellen die Motive der Bilder dar. Starken Einfluss hat die afrikanische Mythologie, aber auch die katholische Religion, mit der Ahlin aufgewachsen ist. So kommt es also, dass entweder Tiere oder Szenen des alltäglichen Lebens in Afrika ihren Weg auf seine Bilder gefunden haben.
Besonders die Tiere würden Ahlin am Herzen liegen, weiß Susanne Lilienthal. Sie seien ein großer Teil der Mythologie und würden trotzdem nicht oft gemalt. Deshalb sei es Ahlins Anliegen, genau das zu tun. „Alle Tiere haben ihre eigene Bedeutung“, erzählt er mir.

Gerade die Bilder der Insekten scheinen dabei für europäische Betrachter etwas unkonventionell. Nicht etwa wegen des Motivs, der Malgrund ist das Ungewöhnliche, denn der Künstler greift hier auf Raufasertapete zurück. Jedoch lässt sich das auch auf seine Heimat zurückführen. Während wir hier in einer Wegwerfgesellschaft lebten, nutze man in Afrika alle vorhandenen Materialien, erzählt Susanne Lilienthal.

So bleiben mir zum Schluss noch die Worte von Gerardo Hernandez: „Er bringt die Wahrheit aus Afrika mit. Und diese Wahrheit soll den Menschen nahegebracht werden." Wer sich also Afrika näherbringen lassen möchte, sollte auf jeden Fall einen Blick auf Aristide K. Ahlins Bilder werfen. Da sich die Bilder in den Unterrichtsräumen der Sprachschule befinden, sollte vorher ein Termin abgesprochen werden. Das wird noch ein Jahr lang möglich sein.