
Doch bevor die Zoobesucher auf eine Zeitreise von der Entwicklung einfacher Lebensformen vor zwei Milliarden Jahren, über die ersten Mehrzeller bis zum Menschenaffen gehen können, muss noch einiges getan werden. Denn noch ist das neue Glanzstück des Rostocker Zoos eine Baustelle. Der Eingang ist noch nicht gepflastert und das Foyer zeigt bislang nur die Kulisse für das zukünftige Gehege der Galapagos-Schildkröte, während der Schweißer im Rondell noch mit Funken sprüht. Bislang ist von den geplanten interaktiven Ausstellungsstücken und dem riesigen Touchscreen nichts zu sehen.

Die Themenbereiche sind sogenannten Kojen zugeordnet und als Dioramen gestaltet. Der Ausstellungsgestalter Hartmut Schmiese erklärt, die Räume seien von allen Seiten begehbar und vereinen Geschichte mit Gegenwart. Darin wird ein typisches ausgestorbenes Leittier in seiner natürlichen Umgebung dargestellt und ein passendes Lebendtier daneben gesellt. So verschmelzen museale und zoologische Ausstellung miteinander.
Bis die Malawi-Buntbarsche, Seepferdchen, Blattschneiderameisen und andere lebendige Tiere in die Kojen einziehen können, dauert es jedoch noch eine Weile. Die Modelle ausgestorbener Arten hingegen nehmen schon nach und nach ihren Platz ein. Gebaut hat sie der Tierpräparator Jörg Ohlenbusch aus Lübeck, der die Grundlage für seine Modelle einerseits von Wissenschaftlern bekommt, andererseits aber auch seiner Kreativität freien Lauf lassen kann. So entwickelte er ein Modell des Anomalocaris, einer Garnelenart aus einer Zeit von vor über 500 Millionen Jahren, dessen Überreste nur aus dem Fangapparat, Mundstück und einem Mittelteil des Rückens bestehen. Der Zuschauer kann nun aber einen vollausgebildeten Körper mit Seitenflossen, beigefarbenem Schuppenkleid und brauner Melierung sehen.
Ohlenbusch erzählt weiter über die detailgetreue Nachbildung eines Quastenflossers, bei dem er Tausende Schuppen einzeln per Hand aufgeklebt hat. Das Modell steht in der Ausstellung neben dem Aquaterrarium der Schlammspringer für den wichtigen Schritt von der Eroberung des Landes.

Nachdem bereits in der vergangenen Woche die Gorillas aus dem Leipziger Zoo eingetroffen sind, hat auch Assumbo, der Rostocker Silberrücken, die Quarantänestation des Darwineums bezogen. Dort fühle er sich schon sehr wohl, berichtet Zoodirektor Udo Nagel: „Als wir sahen, wie er sich genüsslich reckte und streckte, wussten wir, dass wir hier etwas Gutes geschaffen haben.“ Eine wichtige Bauabnahme ist also bestanden. Bald steht auch der Umzug der Rostocker Orang-Utan-Familie an.