„Frühlingslicht“ in der Galerie Klosterformat
Ausstellung mit Malereien und Zeichnungen von Grit Sauerborn sowie Glasobjekten von Bernd Lichtenstein mit Musik und Lesung eröffnet
6. März 2011, von Stefanie
Was in so eine kleine „Bude“ (so nannte man die Wohnhäuser der Stiftsdamen auf dem Hof des Klosters zum Heiligen Kreuz) alles so hineinpasst? Gedichte, Glasmosaike, Lieder, Malereien, Romanauszüge, Schalen, Zeichnungen, etwa dreißig Personen und nicht zu vergessen schönstes „Frühlingslicht“ – all das gab es heute in der Galerie Klosterformat. Anlass war die Eröffnung der neuen Ausstellung der Rostocker Künstlerin Grit Sauerborn und des Glasgestalters Bernd Lichtenstein aus Bremen.
„Frühlingslicht“ war nicht nur der Titel dieser Ausstellung, Frühlingslicht schien auch durch die Galeriefenster und erzeugte vielfältige Farbbrechungen in den faszinierenden Glasobjekten von Bernd Lichtenstein. Neben schönen und auch praktischen bunten Glasschalen und Dosen hat der Glasgraveur auch 3D-Mosaike mit nach Rostock gebracht.

Besondere Lebendigkeit wird ihnen durch die eingeschlossenen Blasen verliehen. Sie vermitteln die Illusion eines fließenden Innenlebens der Würfel. Doch alles ist erstarrt. Nicht natürlich, sondern eher künstlich wirkt die ungewöhnlich gleichmäßige Verteilung dieser kleinen Luftkügelchen. Und tatsächlich „Die Anordnung der Blasen ist steuerbar“, verrät der Kunsthandwerker das Geheimnis. Es sei alles eine Frage der richtigen Temperatur und der Zeit. „Die Temperatur darf nicht zu heiß sein, sonst sprudeln sie weg“, erklärt Bernd Lichtenstein.

Eine ruhige Hand braucht man für die Herstellung dieser raffinierten Objekte. Schicht für Schicht wird das Glas aufgetragen, mal klares, mal blaues, dann wieder weißes. Je nach Lichteinfall und Perspektive des Betrachters spiegeln sich die Farbflächen und erhalten so ihre lebendige Wirkung. Dazu tragen auch die vergoldeten oder metallischen Oberflächen bei, die in die Glaskörper eingeschlossen werden. Die unterschiedliche Gestaltung mit Farben und Formen verleiht so jedem Glasobjekt eine individuelle Note.

„Frühlingslicht“ konnte man auch in den Malereien und Zeichnungen von Grit Sauerborn finden. Zumindest erinnerten die hellen und zarten Farbtöne an die noch zaghafte, aber unaufhaltsam zurückkehrende Farbenpracht in der Natur. Ihre Inspiration holt sich die Malerin unter anderem auf Reisen. Für die Ausstellung in der Galerie Klosterformat hat sie vor allem Bilder ausgewählt, die in Litauen entstanden sind. „Dort war ich auf den Spuren, die man in der Natur sieht, und habe dort viel gearbeitet und viel gezeichnet.“

Die Landschaftseindrücke, die Grit Sauerborn malerisch zum Ausdruck gebracht hatte, waren Grundlage für die Gedichte, welche die Autorin Daniela Boltres den Gästen der Ausstellungseröffnung vorlas. Außerdem präsentierte sie einen heiter-makaberen Auszug aus ihrem Roman „Sakuska“, an dem sie derzeit gerade arbeitet.

Deutsch und Rumänisch sind die Sprachen, in denen die Autorin ihre Texte verfasst und auch bei der Frühlingslicht-Lesung vortrug. Mit Melodien aus Finnland, Russland und Mazedonien bereicherten hingegen Matthias Spehr an der Gitarre und Gennadi Ustyugov am Akkordeon das Programm der Ausstellungseröffnung.
Gewürzt waren sie mit teils recht derben und direkten Texten, in denen es zum Frühling passend um Liebe, Lust und Leidenschaft ging, die aber auch seltene Themen behandelten. Die „Ode an die Schwerkraft“ war eines davon, welches auch beim Publikum ausgesprochen gut ankam. Es wurde geschmunzelt, gelacht und zum Abschluss kräftig geklatscht.
Eine heitere Eröffnungsveranstaltung an einem heiteren Frühlingstag.
Die Verkaufsausstellung kann noch bis zum 30. April immer dienstags bis samstags von 11 bis 18 Uhr in der Galerie Klosterformat auf dem Hof des Klosters zum Heiligen Kreuz besichtigt werden.