Das trübe Wetter will kein Ende nehmen. Schon seit Tagen dämpft eine dicke Wolkendecke das Sonnenlicht. Wie soll sich da Farbenpracht entfalten? Was bleibt, ist ein gräulich graues Grau und die Hoffnung auf den Frühling.
Wer nicht so lange warten mag und vorher schon nach visueller Aufheiterung giert, dem sei ein Besuch im Haus Böll empfohlen.
Noch bis zum 18. Februar stellt Ute Laux hier eine Auswahl ihrer Malereien und Zeichnungen der letzten dreizehn Jahren aus.
Darunter mehr als ein Dutzend großformatige Gouache-Bilder, die schon bei der Betrachtung aus der Ferne durch ihre satten, freundlichen Farben Lebendigkeit und Wärme ausstrahlen. Von wegen Winterstarre – in den Bildern von Ute Laux pulsiert das Leben. Malereien mit Titeln wie „Die Tür in die Welt“, „Das Ei“; „Junger Stier im Frühling“ oder „Jugend“ strotzen vor Aufbruchstimmung. Energie und Bewegung strömen dem Betrachter in „Pochendes Herz“ oder „Der Rote Fluss“ entgegen.

Kunst als Therapie gegen den Winterblues, das dürfte wohl auch im Sinne der Malerin sein. Denn neben der künstlerischen Arbeit ist für Ute Laux seit Langem auch die kunsttherapeutische Arbeit für Kinder, Jugendliche und Erwachsene von großer Bedeutung.
Nach ihrer Berufsausbildung zur Feinkeramikerin und ihrem Studium an der Kunsthochschule in Halle zog es die gebürtige Leipzigerin nach Schwerin. Seit 1998 ist sie hier freiberuflich tätig und kann auf eine Reihe von Ausstellungen stolz sein.

Besonders ins Auge fällt dabei das Triptychon im Eingangsbereich des Hauses. „Lebenstanz“ ist eine Darstellung des Tanzes zu den Königsliedern aus dem Hohelied Salomo und hat der Ausstellung ihren Namen gegeben.
Ein Dokumentarfilm über die Tänzerin Gret Palucca hatte Ute Laux zu dieser Arbeit inspiriert. „Ich habe mich so stark in ihrer Ausdruckskraft, in ihrer Bewegung, ihrer Körperlichkeit wiedergefunden, dass ich danach unbedingt diese Tuschezeichnungen machen musste“, erzählt sie über die Entstehung von „Lebenstanz“. „Das Hohelied Salomon ist ein Text, der mich schon lange beschäftigt. Ich liebe den Text. Zur Liebe und zum Leben gibt es, glaube ich, keine schöneren Worte. Insofern habe ich dann aus den Tuschezeichnungen zu Gret Palucca die passenden Ausdrucksformen zusammengesetzt, um diese Bilder zu schaffen.“

Dass es die Malerin versteht, dieses Lebensgefühl mit ihren Bildern zu vermitteln, davon überzeugt euch am Besten selbst.
Die Ausstellung kann noch bis zum 18. Februar montags bis donnerstags von 10 bis 17 Uhr im Haus Böll besucht werden.