Neuer grüner Stadteingang - Ausstellung zeigt Entwürfe
Wettbewerb im Petriviertel für die Grünflächen beidseitig der Vorpommernbrücke
11. April 2012
Im Rahmen eines Freiraumwettbewerbes haben 25 nationale und internationale Planungsbüros ihre Entwürfe für die Gestaltung der Grünfläche an der Unterwarnow links und rechts der Vorpommernbrücke eingereicht. Am 8. März 2012 fand die Preisgerichtssitzung unter Vorsitz von Silke van Ackeren, Landschaftsplanerin aus Stralsund, statt.
Die prämierten Arbeiten und auch alle anderen Vorschläge zur Gestaltung dieses städtischen Freiraumes werden nun in einer zweiwöchigen Ausstellung vom 11. bis 25. April 2012 öffentlich präsentiert. Die informative Ausstellung wurde am 11. April 2012 um 09.30 Uhr gemeinsam mit den Preisträgern, den Verantwortlichen der Stadtverwaltung und den zukünftigen Nutzern der Fläche durch Oberbürgermeister Roland Methling eröffnet. Dafür werden die neuen Räume der Tourismus-Information im Gebäude des Barocksaals genutzt. So können Besucherinnen und Besucher auch gleich einen interessanten Blick auf dieses neue bauliche Kleinod der Hansestadt werfen und damit einen guten Eindruck vom Bestreben gewinnen, hier hohe baukulturelle und -künstlerische Maßstäbe umzusetzen.
Die Finanzierung für den Wettbewerb und die Umsetzung des Projektes erfolgen aus Mitteln der Hansestadt Rostock sowie aus Städtebaufördermitteln. Von der Jury wurden drei Preisträger ausgewählt. Als Sieger ging der Entwurf des Planungsbüros Marek Jahnke aus Berlin hervor. Die Planung überzeugte durch einfache landschaftsplanerische Maßnahmen, die trotz der Hochwassersituation eine gute öffentliche Nutzung dieses Bereiches ermöglichen werden und eine durchgehende Verbindung zur Holzhalbinsel als Ziel haben.
Auch die die alte „Petribleiche“ und dadurch die tieferen Zeitschichten sollen wieder ablesbar gemacht werden. An ausgewählten Stellen neben einem gut nutzbaren Hauptweg entstehen gut geschützte Aufenthaltsbereiche mit Informationen zur Historie. „Hier freue ich mich schon sehr darauf, dass ein Gründungsort der Hansestadt Rostock für unsere Einwohnerinnen und Einwohner sowie Gäste in attraktiver Form erlebbar gemacht wird“, unterstreicht Oberbürgermeister Roland Methling. So machen mehrere attraktive Aufenthaltsorte und Aussichtspunkte die Wasserlage erlebbar, die Rasenflächen bleiben als Liege- und Spielwiesen öffentlich zugänglich. Der alte Warnowarm kann von mehreren Seiten direkt begehbar gemacht werden. Die Entwürfe des Büros plancontext GmbH aus Berlin und der Landschaftsarchitekten Schmidtke + Boué aus Hamburg erhielten den zweiten bzw. dritten Preis.Die Hansestadt Rostock beabsichtigt, den Sieger mit den weiteren Planungsschritten zu beauftragen, um den südlichen Teil des Planungsgebietes von der Vorpommernbrücke bis zum neu anzulegenden Warnowarm bereits 2013 zu gestalten.
Zum Inhalt des Wettbewerbes:
Die Hansestadt Rostock hatte im November 2011 Planungsteams aufgerufen, im Rahmen eines einstufigen Freiraumwettbewerbes Vorschläge für die etwa 2,8 Hektar große Fläche einzureichen. Ziel des Wettbewerbes war es, Lösungsvorschläge für eine bisher in der öffentlichen Wahrnehmung sehr vernachlässigte aber geschichtlich doch bedeutsame Grünfläche am historischen Stadteingang unterhalb der Rostocker Altstadt zu finden. Hier ist der Gründungsort unserer Stadt verbürgt. Durch Brückenbau und Verlandung sowie durch Gewerbebauten in den letzten zwei Jahrhunderten wird zwar so gut wie kein Fund mehr möglich sein. Trotzdem soll dieser historische Ort wieder erlebbar gestaltet werden.
Die besondere Situation der Anbindung an die Holzhalbinsel (Straßenbahnhaltestelle) und der Lage zwischen dem Petridamm und der Vorpommernbrücke sowie die Einbindung des Wassersportvereins „Hanseat“ bildeten weitere Rahmenbedingungen. Entlang der Warnow, eingebettet im Grünraum, soll ein öffentlicher Uferweg geführt werden, der eine barrierefreie Anbindung an die Holzhalbinsel ermöglicht und südlich der Vorpommernbrücke zu einem Aussichts- und Ruhepunkt am Wasser führen kann. Teil des Wettbewerbs war auch eine teilweise Wiederbelebung des alten Warnowarmes, der unmittelbar vor der Petrikirche bis zum Hafenbecken westlich der Holzhalbinsel verlief. Hier kann auch ein neu anzulegendes Wasserbecken mit Bootshafen sowie ein neues Vereinsgebäude für den Wassersportverein „Hanseat“ eingeordnet werden. Dabei waren insbesondere die Festsetzungen des Bebauungsplanens Nr.11.W.150 „Östlich der Stadtmauer“ zu berücksichtigen und insgesamt eine naturnahe und leicht zu pflegende Frei- und Grünfläche zu konzipieren.
Quelle: RGS, Bild: Planungsbüro Marek Jahnke aus Berlin (1. Preis)