Seit mehr als zehn Jahren ringt Rostock um einen Bebauungsplan für den Warnemünder Strand. Ziel des B-Plans ist nicht etwa, die Ostsee-Küste zuzupflastern, vorrangig geht es um Planungssicherheit für Gewerbetreibende, die hier bereits aktiv sind, aber auch um eine ganzjährige Gastronomie im Strandbereich.
Im ersten Entwurf aus dem Dezember 2010 gab es außer den temporär genutzten Strandbereichen keine Bebauung, blickt Ralph Müller, Leiter des Amts für Stadtplanung, zurück. Diese Variante fand in der Bürgerschaft keine Zustimmung. Daraufhin wurde im westlichen Strandbereich eine Seebrücke mit Ganzjahresgastronomie sowie vor dem Samoa (heute Aja-Resort) eine Dauergastronomie im Graudünenbereich eingearbeitet. Aufgrund massiver Bedenken gegen diese Bebauung kam es Mitte 2012 zu einem weiteren Entwurf ohne die Anlage, dafür mit größerer und nach Osten gerückter Seebrücke.
Nach einem Änderungsantrag des Stadtentwicklungsausschusses wurden Seebrücke und Ganzjahresgastronomie am Strand komplett gestrichen. Dieser Entwurf hätte vor fünf Jahren beschlossen werden können und es hätte Planungs- und Investitionssicherheit für die Gewerbetreibenden gegeben. Zwar nur für die saisonale Strandbewirtschaftung, aber immerhin „hätten wir 80 bis 85 Prozent gehabt“, sagt Stadtplaner Müller. Doch dann wurde das gesamte Verfahren 2014 durch die Bürgerschaft gestoppt, „weil das, was ausgelegt wurde, offensichtlich zu wenig war“, so Müller.

Zwei weitere Standorte für Dauergastronomie an den Strandzugängen 8 (östlich vom Kurhaus) und 14 (Höhe Strandläufer) dürften jedoch wieder für Diskussionen sorgen. Düne oder Promenade, Sichtbeschränkungen, städtebauliche Untersuchung …? Rostocks oberster Stadtplaner würde gerne einen Schlussstrich ziehen: „Wenn wir darauf jetzt verzichten könnten“, so Müller, „dann hätten wir relativ zügig Planungssicherheit“. Später könne man immer noch über eine zusätzliche Bebauung nachdenken.
In den Dünenbereichen – einschließlich der Graudünen – soll es keine weitere Bebauung geben, verspricht Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen. Bereits vorhandene WC-Anlagen bleiben natürlich stehen. Versorgungsleitungen für Strom, Wasser und Abwasser sollten jedoch gelegt werden, damit diese nicht zu jeder Saison neu errichtet werden müssen. Offen zeigte sich Madsen für den Vorschlag des Ortsbeiratsvorsitzenden Werner Fischer (Die Linke), die Medien auf Stelzen zu verlegen, um die sensiblen Dünen zu schützen.
Der reduzierte Entwurf soll nun in den Ausschüssen des Ortsbeirats Warnemünde beraten werden, „um dieses Auf und Ab vielleicht endlich zu beenden“, wie Werner Fischer es ausdrückt.