Einstimmung auf die 9. Rostocker Lichtwoche 2010
„Keine Kunst ohne Licht“ – Ausstellung von Bert Preikschat im Haus der Stadtwerke
30. Oktober 2010, von Stefanie
Am 1. November 1879 beantragte der amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison ein Patent für eine elektrische Lampe. Damit wurde das Elektrozeitalter eingeläutet. Schon bald erleuchteten überall in den Häusern und Straßen seine Glühbirnen. Die Städte wurden dadurch sicherer und die Menschen konnten auch nach Sonnenuntergang noch arbeiten.
Doch die altehrwürdige Edison-Glühbirne hat ausgedient. Bis 2012 sollen nach dem Willen der Europäischen Union die heiß strahlenden Leuchtmittel aus dem Verkehr gezogen werden. Auf Deutschland bezogen soll mit dem Verbot des energiefressenden Leuchtmittels der CO2-Ausstoß um 0,5 Prozent gesenkt werden und damit zur Rettung der Welt beigetragen werden.

All jene, die um die Glühbirne trauern, können nun in einer Ausstellung des Rostocker Objektkünstlers Bert Preikschat im Haus der Stadtwerke noch bis zum 19. November würdevoll Abschied nehmen. Als „Hommage an die Glühlampe“ hat der Künstler drei schneeweiße Urnen mit Glühbirnen auf schwarzem Samt und mit weißen Federn geschmückt angerichtet. Doch Vorsicht – am Fuße des Tisches, unter dem Tuch lauern schon die neuen Leuchtmittel.

„Ich bedaure, dass die Glühbirne abgeschafft wird“, gibt Bert Preikschat zu. Für seine Objekte, die er größtenteils extra für diese Ausstellung entwickelt hat, hat er sie deshalb noch einmal in Szene gesetzt. „Stromschleuder“, „Kabelbaum“, „Glühlampen-Experiment“ oder „Schach matt für die Glühlampe“ nennt er seine Kreationen.
„Ohne Licht geht gar nichts“, meint Bert Preikschat. „Als Künstler braucht man das Licht, um kreativ zu sein.“ Für ihn persönlich ist es zu einem wichtigen Gestaltungsmittel geworden. Bereits in der diesjährigen Lichtklangnacht konnte er die Besucher im IGA-Park mit seinen Installationen beeindrucken.

Aber nicht nur der Lichtkunst hat sich der Rostocker Objektkünstler verschrieben.
Seit 30 Jahren sucht und sammelt er die Ostseestrände nach interessanten Fundstücken ab, die er zu Strandgut-Collagen zusammensetzt. Auch von diesen Arbeiten sind einige Exemplare, wie zum Beispiel vier individuell gestaltete Fischkisten, in der Ausstellung zu sehen.
Eröffnet wurde die Ausstellung „Keine Kunst ohne Licht“ am Vorabend der 9. Rostocker Lichtwoche. Zu Beginn der dunklen Jahreszeit, vom 1. (131 Jahre nach Edisons Patentanmeldung) bis zum 6. November, rücken die Rostocker Stadtwerke Teile der Rostocker Innenstadt in ungewöhnliches und buntes Licht. Für Unterhaltung sorgt ein abwechslungsreiches Programm mit Musik, Tanz, Performances und natürlich Licht- und Feuershows.