Kulturprogramm des 10. Campustags an der Uni Rostock

Livemusik und Schauspiel locken Rostocker Studenten auch am Abend an den Campus

6. Oktober 2010, von
Campustag auf dem Ulmencampus
Campustag auf dem Ulmencampus

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, so könnte man den diesjährigen Campustag zusammenfassen. Denn nach dem höchst informativen Tagesprogramm gab es am Abend viel Musik und Kultur auf dem Campus Ulmenstraße. Im AudiMax spielte das Freie StudentenOrchester Rostock (FSOR), das Kabarett ROhrSTOCK und die Improtheatergruppe „Aus dem Effeff.“ Draußen fand derweil das Studentenband-Festival statt.

Auf der Bühne eröffneten um 18 Uhr Black Cognition, die als „Haupthaarkopfschüttelmusik“ angekündigt wurden. Es war dann doch eher Rock zum Mitwippen. Das fiel allerdings nicht weiter ins Gewicht, da nur drei Leute vor der Bühne standen, der Rest musste sich mit alkoholischen Getränken stärken.

Die zweite Band war Polly Pop. Diese konnten das Publikum schon mehr begeistern. Ob das jedoch an ihrem Indie-Rock, oder aber an den Glitzeroutfits und der Bühnenshow lag, kann ich an dieser Stelle nicht beantworten. Auf jeden Fall versammelten sich immer mehr Studenten auf dem Campus und auch vor der Bühne. Da viele bekannte und noch mehr alte Gesichter zu sehen waren, bleibt auch fraglich, wie viele Erstsemester das Angebot wahrgenommen haben.

Sun of a Gun
Sun of a Gun

Nach Polly Pop spielten Sun of a Gun. Mit einem Gitarristen, einem DJ, einer Sängerin und zwei Hip-Hoppern bildeten sie die musikalische Ausnahme zum Rock der anderen Bands. Das kam beim Publikum anscheinend auch gut an. Es wurde sogar ein wenig vor der Bühne getanzt. Eine Verbindung zum zunehmend geflossenen Alkohol ist nicht ausgeschlossen.

Den Abschluss bildeten Noema, die sich selbst als Stoned IndiePop Band bezeichnen. Die Gruppe, die am 2. Oktober den Jurypreis beim Landesrockfestival gewann, musste wie schon die Musiker zuvor unter den Richtlinien der Stadt leiden. 65 Dezibel Maximallautstärke waren einfach zu wenig, um die inzwischen recht zahlreichen Gäste mitzureißen. So äußerten sie sich nach dem Konzert auch etwas enttäuscht. So manch ein Student wird sich auch gefragt haben, warum um 22 Uhr schon Schluss war, eine Zeit, um die es sonst erst losgeht. Auch dies war eine Auflage der Stadt, weil sich Anwohner zuvor über den Krach beschwert hatten.

Freies StudentenOrchester Rostock beim Campustag 2010
Freies StudentenOrchester Rostock beim Campustag 2010

Mit diesen Problemen mussten sich die Gruppen, die im Audimax auftraten, zum Glück nicht beschäftigen. Das Freie StudentenOrchester Rostock, das eigentlich aus ungefähr 50 bis 60 Leuten besteht, eröffnete mit einem Quartett aus drei Cellos und einem Kontrabass. Der Klang war überraschend gut in dem großen Hörsaal und auch die Zuhörer waren begeistert.

Onlineeinschreibung - Studentenkabarett ROhrSTOCK
Onlineeinschreibung - Studentenkabarett ROhrSTOCK

Nach einer kurzen Umbaupause zeigte dann das Studentenkabarett RohrSTOCK einige Sketche aus dem Uni-Leben. Besonders amüsant war der Sketch, der die Online-Einschreibung in Kurse behandelte. Und das dargestellte Horrorszenario ist gar nicht so weit von der Realität entfernt. Jeder Student, der schon einmal mit Stud.IP zu tun hatte, weiß, wovon ich rede.

Das Highlight des Abends war aber der Auftritt von der Hochschulsportgruppe „Aus dem Effeff“. Sie zeigten auf spektakuläre Art und Weise, dass Unisport auch etwas für Bewegungsmuffel interessant sein kann. Die sechs Akteure spielten dabei Szenen vor, die alle improvisiert waren.

Dabei war, wie für das Improvisationstheater üblich, auch Publikumsbeteiligung gefordert. So zum Beispiel im Reklamationsspiel. Ein Mitglied der Gruppe verlässt den Raum und das Publikum entscheidet, was dann von ihm reklamiert wird. In diesem Fall war es eine Lakritztafel. Sehr skurrile Dialoge waren das Ergebnis. Für viele Lacher sorgte auch das Gedicht „Karamellpudding in der Eiszeit“, welches live aus dem Mongolischen übersetzt wurde. Viele Einwürfe des Publikums waren nicht wirklich jugendfrei, aber das sei normal, wie die sechs mir im anschließenden Gespräch verrieten.

„Aus dem Effeff“ - Improtheatergruppe der Uni Rostock
„Aus dem Effeff“ - Improtheatergruppe der Uni Rostock

„Das Improtheater setzt sich aus einer Anfänger- und einer Fortgeschrittenengruppe zusammen. Wir sind sozusagen noch eine Stufe weiter“, berichtet Katharina Mahrt, die schon seit fünf Jahren Improtheatergruppen trainiert. Leider gibt es nicht viele Auftritte, weil die sechs Akteure hauptsächlich für den eigenen Spaß Improtheater machen. Sie verwiesen aber auf die „Haspler“, die eigenständige Improvisationsgruppe aus Rostock, die auch häufiger live zu sehen ist.

Hauptorganisator Christian Berntsen war sehr zufrieden mit dem Tag, doch auch er merkte noch einmal an, dass er vor der Stadt enttäuscht ist. „Die Verwaltung hat uns nicht beim Lärmschutz unterstützt. 65 Dezibel ist fast nichts. Man hat das Gefühl, die Studierenden sind der Verwaltung nur ein Klotz am Bein.“ Somit bleibt ein fader Beigeschmack für einen sonst rundum gelungenen Campustag.

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