Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, so könnte man den diesjährigen Campustag zusammenfassen. Denn nach dem höchst informativen Tagesprogramm gab es am Abend viel Musik und Kultur auf dem Campus Ulmenstraße. Im AudiMax spielte das Freie StudentenOrchester Rostock (FSOR), das Kabarett ROhrSTOCK und die Improtheatergruppe „Aus dem Effeff.“ Draußen fand derweil das Studentenband-Festival statt.
Auf der Bühne eröffneten um 18 Uhr Black Cognition, die als „Haupthaarkopfschüttelmusik“ angekündigt wurden. Es war dann doch eher Rock zum Mitwippen. Das fiel allerdings nicht weiter ins Gewicht, da nur drei Leute vor der Bühne standen, der Rest musste sich mit alkoholischen Getränken stärken.
Die zweite Band war Polly Pop. Diese konnten das Publikum schon mehr begeistern. Ob das jedoch an ihrem Indie-Rock, oder aber an den Glitzeroutfits und der Bühnenshow lag, kann ich an dieser Stelle nicht beantworten. Auf jeden Fall versammelten sich immer mehr Studenten auf dem Campus und auch vor der Bühne. Da viele bekannte und noch mehr alte Gesichter zu sehen waren, bleibt auch fraglich, wie viele Erstsemester das Angebot wahrgenommen haben.

Den Abschluss bildeten Noema, die sich selbst als Stoned IndiePop Band bezeichnen. Die Gruppe, die am 2. Oktober den Jurypreis beim Landesrockfestival gewann, musste wie schon die Musiker zuvor unter den Richtlinien der Stadt leiden. 65 Dezibel Maximallautstärke waren einfach zu wenig, um die inzwischen recht zahlreichen Gäste mitzureißen. So äußerten sie sich nach dem Konzert auch etwas enttäuscht. So manch ein Student wird sich auch gefragt haben, warum um 22 Uhr schon Schluss war, eine Zeit, um die es sonst erst losgeht. Auch dies war eine Auflage der Stadt, weil sich Anwohner zuvor über den Krach beschwert hatten.


Das Highlight des Abends war aber der Auftritt von der Hochschulsportgruppe „Aus dem Effeff“. Sie zeigten auf spektakuläre Art und Weise, dass Unisport auch etwas für Bewegungsmuffel interessant sein kann. Die sechs Akteure spielten dabei Szenen vor, die alle improvisiert waren.
Dabei war, wie für das Improvisationstheater üblich, auch Publikumsbeteiligung gefordert. So zum Beispiel im Reklamationsspiel. Ein Mitglied der Gruppe verlässt den Raum und das Publikum entscheidet, was dann von ihm reklamiert wird. In diesem Fall war es eine Lakritztafel. Sehr skurrile Dialoge waren das Ergebnis. Für viele Lacher sorgte auch das Gedicht „Karamellpudding in der Eiszeit“, welches live aus dem Mongolischen übersetzt wurde. Viele Einwürfe des Publikums waren nicht wirklich jugendfrei, aber das sei normal, wie die sechs mir im anschließenden Gespräch verrieten.

Hauptorganisator Christian Berntsen war sehr zufrieden mit dem Tag, doch auch er merkte noch einmal an, dass er vor der Stadt enttäuscht ist. „Die Verwaltung hat uns nicht beim Lärmschutz unterstützt. 65 Dezibel ist fast nichts. Man hat das Gefühl, die Studierenden sind der Verwaltung nur ein Klotz am Bein.“ Somit bleibt ein fader Beigeschmack für einen sonst rundum gelungenen Campustag.