

Diese Veranstaltungsreihe ist eine Lesereise, auf der sechs Autoren in sechs norddeutschen Städten aus ihrem aktuellen Buch lesen. Eine 18-köpfige Jury hat die sechs Schriftsteller zuvor aus über 100 Autoren ausgewählt. Am Ende wählen die Inhaber der Buchhandlungen, Uniprofessoren, aber auch das Publikum selbst ihren Favoriten. Wer die meisten Stimmen auf sich vereint, bekommt den mit 15.000 Euro dotieren Preis, der von der VGH-Stiftung ausgelobt wird. Die LiteraTour Nord findet in diesem Jahr zum 19. Mal statt.


Bevor er anfing zu lesen, erklärte Peters, dass jenes Interrail-Ticket, welches die Protagonisten der Geschichte zum Reisen nutzen, in seiner Jugend sehr wichtig war. Damit konnte man fast durch ganz Europa mit dem Zug fahren. Die beiden Hauptfiguren des Textes reisen nach Venedig und lernen auf dem Weg dorthin zwei Engländerinnen kennen. Am Bahnhof ist jedoch alles schon wieder vorbei. Besonders zum Schmunzeln war es, als Peters im englischen Akzent der Mädchen sprach.
Schon die zwei vorgestellten Geschichten zeigen etwas Charakteristisches für das gesamte Buch. Es geht nicht um die großen Wunder oder um Außergewöhnliches. Es sind die kleinen Dinge, Momente, die man vielleicht auch schon selbst einmal in ähnlicher Form durchlebt hat. Die Besonderheiten, die gar nicht so besonders sind.
Das eigentliche Highlight kam, wie Kenner der letztjährigen LiteraTour Nord wissen, jedoch erst nach der Lesung. Literaturprofessor Lutz Hagestedt kam zum Gespräch auf die Bühne - bewaffnet mit einer Thermoskanne Tee und viel trockenem Humor.
Und er hat mit Christoph Peters den perfekten Dialogpartner gefunden. So eröffnete Hagestedt dem Autor gleich zu Beginn, dass er ja eigentlich gar keine Chance auf den Preis habe. Zum einen lese er als Erstes, zum anderen haben es Autoren von Erzählbänden eh immer schwer. Peters nahm das mit einem Lächeln hin und erwiderte, dass er gehofft hatte, als Erster mehr Presse zu bekommen.
Was folgte, war sehr unterhaltsam. So sinnierten die Männer, wann sie sich kennengelernt haben, es ging um Bob Dylan und der Schriftsteller verriet: „Ich wäre gern fahrender Sänger geworden.“

Abschließend gab es, wie für eine Lesung üblich, die Möglichkeit, sich ein Buch signieren zu lassen. Viele Gäste nahmen das Angebot wahr und kamen dabei auch noch mit Peters ins Gespräch, der, wie er selbst sagte, gerne redet. Das Rostocker Publikum hörte ihm gerne zu.
Am Ende bleibt ein rundum gelungener Auftakt der LiteraTour Nord 2010, an dem sich die fünf folgenden Autoren messen lassen müssen. Als Nächstes liest Rolf Lappert am 16. November um 20 Uhr aus seinem Roman „Auf den Inseln des letzten Lichts”, wieder in der anderen buchhandlung.