

Die Kinder vertrieben sich die Wartezeit mit Laserschwertern und Seifenblasenpistolen, die vor Ort verkauft wurden. Bei Einbruch der Dunkelheit sah man es daher im Zuschauerraum schon überall glitzern und blinken. Um 21 Uhr wurde das Publikum langsam ungeduldig. Nach dem Startschuss, der offiziellen Eröffnung der Pyro Games 2011, spielte die Band noch zwei Lieder - um 21:45 Uhr konnte das erste Feuerwerk dann endlich starten.

Danach waren die Pyrotechniker von Mathias Kürbs aus der Sächsischen Schweiz gefragt. Vor genau zwei Wochen waren sie auch schon in Rostock. Denn zur Hanse Sail war die Firma Kürbs für das Feuerwerk in Warnemünde zuständig. Doch das, was den „Pyro Games“-Besuchern an diesem Abend geboten wurde, ließ sich nicht mit dem Hanse-Sail-Feuerwerk vergleichen. Man traute sich gar nicht, die Augen zu schließen, aus Angst auch nur einen der sagenhaften Effekte zu verpassen. Alle Feuerwerkskörper wurden an diesem Abend passend zur Musik abgefeuert, was „Pyro-Musical“ genannt wird.

Den Abschluss der Pyro-Shows bildeten die „Potsdamer Feuerwerk GmbH“ an dritter Stelle und „Apollo Arts of Laser and Fire“. Nach so vielen gesehenen Feuerwerkskörpern fiel es am Ende richtig schwer, den besten Teilnehmer auszuwählen. Doch das war die Aufgabe der über 5.000 Besucher des IGA-Parks. Über eine Hotline konnten sie für ihren Favoriten abstimmen. Dem Gewinner des Abends winkte nicht nur ein großer Pokal, sondern auch die Chance, in Berlin gegen die Sieger der anderen deutschen „Pyro-Games“ in einem europaweiten Wettbewerb anzutreten.
Eine halbe Stunde nach dem Ende der letzten Show stand das überraschende Ergebnis dann fest: Es gab nicht nur einen, sondern gleich zwei Sieger. Die Firma von Mathias Kürbs und „Apollo Arts of Laser and Fire“ mussten sich den Pokal teilen. Den zweiten Platz belegte die finnische Gruppe „Tulitemestarit“, den dritten die „Potsdamer Feuerwerk GmbH“. Noch vor der Siegerehrung sind die meisten Zuschauer allerdings schon vor der Nässe und Kälte geflüchtet.
Auch Karolin Müller und ihre Familie wollten nicht mehr bleiben. „Wir lesen ja am Montag in der Zeitung, wer gewonnen hat.“ Auf jeden Fall haben die Rostocker „Pyro-Games“ der Gruppe aus Usedom sehr gut gefallen. „Es hat sich gelohnt, vor unserer Heimreise hier herzukommen“, so Müller. Bei der Frage, welcher der Pyrotechniker nun der beste war, entstand unter den Sieben eine rege Diskussion. „Der zweite hatte bessere Effekte, dafür war das Feuerwerk beim Vierten besser auf die Musik abgestimmt. Das Dritte ist etwas zu spärlich ausgefallen.“

Nein, ein paar Rostocker haben die „Pyro-Games“ zum Anlass genommen eigene kleine Raketen zu zünden. Die Faszination Feuerwerk verliert eben nie ihren Reiz. Aber selbst im Vergleich zu Fest- oder Silvesterfeuerwerken spielen die „Pyro Games“ in einer viel höheren Liga und waren auf jeden Fall einen Besuch wert.