
Es soll ein Fake-Trailer werden, ein Werbespot für einen Film, den es eigentlich gar nicht gibt. Noch trägt er den Arbeitstitel „Join(t) der Liebe“, aber wer weiß, wie lange noch. Es soll ein Drogenfilm werden, eine Satire. Der Handlungsablauf steht schon. Die Szenen sollen nun klarer und das Drehbuch fertiggestellt werden, erklärt Mark. Die organisatorischen Fäden laufen bei Aaron zusammen. Der 17-jährige Schüler wird auch später beim Dreh die Regie übernehmen. „Bei der Vorbereitung sammeln wir gemeinsam Ideen. Beim Dreh teilen wir uns die Arbeit vor und hinter der Kamera auf“, erklärt er die Arbeitsweise im Team. Insgesamt etwa 15 Schüler und Studenten treffen sich regelmäßig in der Medienwerkstatt des Instituts für Neue Medien. In den letzten eineinhalb Jahren haben sie so schon drei Filme produziert, die auch erfolgreich auf Filmfesten gelaufen sind: „Helmut“, „Glashagen“ und „Minus acht grad“.


Ein kunterbuntes Programm mit Kurzspielfilmen, Dokumentationen, Animationen und Experimentalfilmen soll ausreichend Gesprächsstoff liefern. Krisen und deren Bewältigung oder der kritische Blick aufs Web 2.0 sind dabei nur einige Themenschwerpunkte. „Wir haben Filme ausgewählt, die uns berühren, in denen wir neue Gestaltungsweisen entdecken oder die den Zeitgeist widerspiegeln. Wir haben aber auch Filme abgelehnt, die zu glatt waren“, fasst der Juryleiter die Auswahlkriterien zusammen.
Neben dem bundesweiten Wettbewerb „Junger Film“ werden beim FiSH aber noch weitere cineastische Höhepunkte serviert.
So gibt es seit einigen Jahren schon das Gastlandfenster, in dem Filme junger Filmemacher eines Ostseeanrainerstaates gezeigt werden. Waren es in der Vergangenheit Filme aus Dänemark, Polen, Estland und Litauen, flimmern in diesem Jahr bei „Off Sverige“ elf Beiträge aus Schweden über die Leinwand. „Die Uhren ticken dort anders. Die Filme kratzen zum Teil an der Political Correctness“, macht Matthias Spehr auf neue Seherlebnisse neugierig.
Einen Blick zurück können die Zuschauer der „SehSterne“ werfen. Klassiker aus 20 Jahren kultureller Filmförderung MV, wie zum Beispiel „Stilles Land“ von Andreas Dresen aus dem Jahre 1991, wurden hier in das FiSH-Parallelprogramm an der Bühne 602 aufgenommen. Aber auch aktuelle Streifen, wie Dieter Schumanns „Wadans Welt“ werden gezeigt.
Ein weiterer Schwerpunkt des Filmfestivals liegt im Bereich der Filmmusik und speziell für Kinder gibt es das KinderFiSH.
Nicht zu vergessen sei der Medienkompetenzpreis, der morgen im Theater im Stadthafen an schulische und außerschulische Projekte im Rahmen des FiSH verliehen wird. Dabei geht es vor allem um den pädagogischen Prozess beim Erstellen von Schülerzeitungen, Radiosendungen, Filmen oder Websites.
Morgen beginnt das Festival im Stadthafen. Was wann und wo läuft, erfahrt hier auf der Website www.fish-rostock.de.