Wenn Gebäude und ihre Mauern Geschichten erzählen könnten, dann würde man mit den Erlebnissen des Katharinenstifts sicherlich einige Bücher füllen können. Die neuere Geschichte kann man zum Glück auch so recht gut nachverfolgen. Seit zehn Jahren befindet sich in dem ehemaligen Kloster die Hochschule für Musik und Theater. Anlässlich dieses Jubiläums wurde heute die Fotoausstellung „HMT - 10 Jahre im Katharinenstift“ feierlich eröffnet.

Bis jedoch die Hochschule für Musik und Theater das Gebäude beziehen konnte, war noch einiges an Arbeit nötig. Die Hochschule wurde 1994 unter der Leitung des Gründungsrektors Prof. Wilfrid Jochims ins Leben gerufen. Damals noch mit etwa 180 Studenten. Anfänglich war man noch in zwei provisorischen Gebäuden am Bussebart untergebracht, doch schon schnell war ein neuer Standort gefunden. Und obwohl viele hoch komplizierte, technische Umbauten nötig waren, so zum Beispiel eine spezielle Dämmung gegenüber der Warnow, konnte die geplante Bauzeit von fünf Jahren um 15 Monate unterboten werden.

Im zweiten Teil der Ausstellung sieht man Bilder von Veranstaltungen in der HMT. So soll nicht nur das Gebäude dokumentiert werden, sondern auch die Menschen, die es mit Leben füllen. Heute sind an der Hochschule etwa 550 Studenten immatrikuliert. Sie verteilen sich auf die Bereiche Schauspiel, Musik und Musikwissenschaft sowie Musikpädagogik. Jährlich finden etwa 300 Veranstaltungen statt und diese große Vielfalt wird auch in den ausgestellten Fotografien deutlich.

Nach dem amtierenden Rektor ergriff der Gründungsrektor Prof. Wilfrid Jochims das Wort und amüsierte die Gäste mit einer persönlichen Anekdote. So hatte er bei einem Spaziergang durch die östliche Altstadt das abgesperrte Kloster illegal betreten und begutachtet. „Schon damals wusste ich, dass dies ein wertvoller kultureller Ort ist.“ Jochims lobte auch die sehr positive Kooperation mit der Stadt, die immer hinter dem Projekt stand. Das jetzige Gebäude bietet 52.000 Kubikmeter bebauten Raum und war die 23. Hochschule für Musik und Theater in Deutschland.

Noch bis Mitte Juni kann man sich die Fotoausstellung anschauen. Wer noch nicht in der HMT war, sollte es spätestens jetzt nachholen. Eine Anmeldung ist nicht nötig und Eintritt wird auch nicht verlangt.

Fotos der verschiedenen Bauabschnitte 
Fotoausstellung HMT 
Die Bilder befinden sich in den Kreuzgängen des Gebäudes 
Hochschule für Musik und Theater