
„Sonst ist es immer umgekehrt: Eine Jazzband spielt und es wird dazu gemalt“, beschreibt Michael Herloff das gewöhnliche Vorgehen, wenn Malerei und Musik zusammengebracht werden. Dass es auch in der umgekehrten Weise funktioniert, führte der Maler, der auch mit verschiedenen Werken in der Ausstellung vertreten ist, dann gleich selbst vor. Er spielte auf seinem Keyboard Jazz-Improvisationen zu zwei Bildern von Susanne Pfeiffer und Felix Fugenzahn.

Veranstaltet wird die Ausstellung von der Kunstschule Rostock in Zusammenarbeit mit dem Jazzclub Rostock, dem Lokalradio LOHRO, dem 0381-Magazin und dem Carlo 615. „Jazz“ ist Teil einer Ausstellungsreihe, die einmal im Jahr in den Räumlichkeiten der Kunstschule Rostock stattfindet. Sonst hängen dort in den Gängen die Werke der Kunstschüler, doch für die Ausstellung werden die Räume ausgeräumt und frisch gestrichen. Der Anstoß dazu kam von den Künstlern selbst, die mit der Ausstellung vor allem jungen Künstlern eine Plattform zum Experimentieren geben wollten.

„Jazz ist eine Musikrichtung, die Alt und Jung zusammenbringen kann“, geht Organisator Matthias Dettmann auf das Konzept der Ausstellung ein. Deshalb wurden auch bewusst sowohl alte als auch junge Künstler für die Ausstellung gesucht. Insgesamt 20 Künstler hatten sich beworben, um ein Teil von „Jazz“ zu werden. 13 von ihnen wurden schließlich ausgewählt.
Bei so vielen verschiedenen Künstlern ist auch die Palette an verwendeten Techniken entsprechend groß. So gibt es beispielsweise Tusche- und Acrylmalereien zu entdecken, aber auch Installationen aus Instrumenten, Collagen oder sogar zweckentfremdete Haushaltsgegenstände.
So entdeckte Mark Wiesel eine neue Gebrauchsmöglichkeit für Küchenschwämme und Kaugummis, die er kurzerhand für seine ganz persönliche Interpretation von Piet Mondrians „Broadway Boogie Woogie“ verwendete. Einen versehentlich falsch gesetzten Schwamm machte er dabei zu einem wiederkehrenden Motiv seiner Installation. „Wenn man im Jazz einen Fehler macht, spielt man ihn dreimal und er gehört zum Stück“, begründet er sein Vorgehen mit einem Augenzwinkern.

Wer im Anschluss der Vernissage noch nicht nach Hause gehen wollte, der konnte im Carlo 615 einkehren und den Abend bei Livemusik – natürlich Jazz – ausklingen lassen. Und auch in den nächsten Tagen wird im Rahmen des Programms noch einiges geboten, so wird es eine Live-Radiosendung, Actionpainting und Live Musik geben.