Zwei Brautsträuße, aber kein weißes Kleid – heute fand in der Warnemünder Vogtei eine ganz besondere Hochzeit statt. Als eines der ersten gleichgeschlechtlichen Paare gaben sich Kathrin Plaschke und Daniela Janussek aus Berlin im Ostseebad das Ja-Wort.
„Es ist ein tolles Gefühl“, schwärmt Kathrin Plaschke: „Als wir den Termin im April für eine eingetragene Lebenspartnerschaft angemeldet hatten, war noch gar nicht abzusehen, dass dieses Gesetz kommen würde.“ Ihre Ehefrau ergänzt: „Es ist schön, dass wir die Früchte der Vorreiter ernten, die Jahrzehnte für die Gleichberechtigung gekämpft haben, und dass es mehr Offenheit und Toleranz in der Gesellschaft für alle gibt.“
Im Juni hatte der Bundestag beschlossen, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. Das Gesetz trat am 1. Oktober in Kraft. Nun steht im Bürgerlichen Gesetzbuch: „Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen.“ Eine separate Homo-Ehe ist nicht mehr vorgesehen.

In Rostock werden jährlich mehr als tausend Ehen geschlossen, Tendenz leicht steigend.
Die frischvermählten Ehefrauen, die sich vor fünf Jahren kennengelernt haben, sind für diesen besonderen Tag aus Berlin angereist. Seit ihrer Kindheit fühlen sie sich mit Warnemünde verbunden. „Wir haben schon in der Ostsee schwimmen gelernt. Damals sind wir aber noch nebeneinander geschwommen und kannten uns nicht“, erzählt Kathrin Plaschke. Einmal im Jahr besuchen sie die Broilerbar in Warnemünde. So auch heute, wo die kleine Hochzeitsgesellschaft am Nachmittag zur Feier des Tages eingekehrt.
„Wir begrüßen das ausdrücklich, wenn Menschen von woanders nach Rostock kommen, um hier den Bund fürs Leben hier zu schließen und die Stadt mit einem ihrer schönsten Momente in Verbindung bringen“, freut sich Rostocks Senator.