
17.700 Zuschauer, darunter etwa 1.500 mitgereiste Hansa-Anhänger, verfolgen in der Allianz Arena das Spiel zwischen Hansa Rostock und dem TSV 1860 München. Im Vergleich zur Partie gegen Erzgebirge Aue nimmt Hansa-Trainer Wolfgang Wolf einige Änderungen in der Aufstellung vor: Für den rot-gesperrten Stephan Gusche kommt Kevin Pannewitz von Beginn an ins Spiel, neben ihm steht Michael Blum in der Viererkette. Vorne vertraut Wolf auf Marek Mintal, Tobias Jänicke und Timo Perthel - Freddy Borg und Edisson Jordanov nehmen vorerst auf der Bank Platz.
Die erste Chance für die Gäste gibt es in der 19. Minute, als Jänicke sich auf halbrechter Position gegen Stefan Buck durchsetzen kann, der Schuss aus etwa 12 Metern geht jedoch weit über den Querbalken. In der 23. Minute ist es erneut Jänicke, der nach einem schönen Solo von Antonio Rukavina abgedrängt wird. Aus gut zehn Metern trifft er den Ball nicht richtig, sodass Sechzger-Keeper Gabor Kiraly den Schuss problemlos parieren kann.
Die Initiative liegt jetzt klar bei den Gästen, allein im Abschluss hapert es wie so oft. In der 26. Minute ist es Tom Weilandt, der nach einem Abwehrfehler der Hausherren kurz vor der Strafraumgrenze frei zum Schuss kommt, Kiraly hat mit dem harmlosen Ball jedoch keine Probleme. Drei Minuten später verpasst Peitz mit dem Kopf einen schönen Freistoß von Blum.

Erneut ist es ein eklatanter Fehler der Münchener Defensive, der in der 37. Minute zur nächsten großen Chance für Hansa führt. Nach einem Fehler von Buck kann Marek Janecka auf der rechten Seite unbedrängt in den Strafraum der Gastgeber eindringen, sein Schuss geht jedoch knapp am linken Pfosten vorbei.
Als in der 44. Minute auch noch ein Freistoß von Timo Perthel über die Latte streicht, geht es unter Pfiffen der enttäuschten Sechzger-Anhänger torlos in die Halbzeitpause. 1860 München findet in den ersten 45 Minuten im Angriff kein Mittel gegen die Gäste und leistet sich in der Defensive haarsträubende Fehler – allein Hansa kann daraus wieder einmal kein Kapital schlagen.
Die erste Chance der zweiten Hälfte gehört in der 47. Minute erneut den Rostockern. Einen Blum-Freistoß aus 20 Metern lässt Torhüter Kiraly nach vorne abprallen, doch bevor Dominic Peitz seine Chance nutzen kann, klärt Guillermo Vallori die Situation.

In der 69. Minute hat der gerade erst eingewechselte Freddy Borg seine erste große Chance. Kurz vor dem Elfmeterpunkt kann sich Mintal behaupten und legt auf den schwedischen Stürmer ab, dessen Schuss von der Strafraumgrenze Kiraly in einer Glanzparade mit der Hand zur Ecke ablenken kann.
Nach einem schnellen Konter und einem langen Pass auf Volland haben die Löwen in der 74. Minute eine gute Möglichkeit, in Führung zu gehen. Volland läuft allein auf Hahnel zu, spielt dann jedoch quer ins Zentrum zum mitgelaufenen Benjamin Lauth. Lauth lässt sich im Strafraum fallen, doch der Unparteiische Patrick Ittrich lässt weiterspielen.
In der 80. Minute können die Hansa-Fans dann endlich jubeln. Von Links kommt eine Blum-Flanke auf den kurzen Pfosten, Borg ist mit dem Kopf zur Stelle und Kiraly bekommt den Ball nicht zu fassen. Das Leder trudelt auf der Torlinie, bevor Unglücksrabe Kiraly am Boden sitzend den Ball mit dem linken Arm ins eigene Netz schiebt.
„Auswärtssieg, Auswärtssieg“, schallt es von den Gästerängen in der Allianz Arena. Und Hansa lässt in den letzten zehn Spielminuten tatsächlich nichts mehr anbrennen. Borg kann in der 86. Minute die Führung sogar fast noch ausbauen, im Nachfassen bekommt Kiraly den Ball aber unter Kontrolle.
Mit seinem dritten Saisonsieg kann Hansa Rostock endlich die Rote Laterne an den Karlsruher SC abgeben, vorerst zumindest, denn das neue Schlusslicht der Liga spielt erst morgen gegen Union Berlin. Mit aktuell nur noch einem Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz gibt es für die Rostocker neue Hoffnung im Kampf gegen den Abstieg.

Tore:
0:1 Freddy Borg (80. Minute)
Aufstellung, FC Hansa Rostock:
Jörg Hahnel (Torwart)
Marek Janecka, Matthias Holst (Tom Weilandt, ab 18. Minute), Kevin Pannewitz, Michael Blum
Michael Wiemann, Dominic Peitz, Robert Müller
Tobias Jänicke (Freddy Borg, ab 68. Minute), Marek Mintal (Edisson Jordanov, ab 78. Minute), Timo Perthel
Fotos: Eibner-Pressefoto