
Dieser wurde nun schon zum 7. Mal vom Naturschutzbund (NABU) Mittleres Mecklenburg e.V., dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) sowie dem Institut für Biowissenschaften der Universität Rostock veranstaltet. Anliegen ist es, aktuelle Probleme und Projekte des Naturschutzes im Raum Rostock und Mecklenburg-Vorpommern vorzustellen und zu diskutieren. Wie bereits im vergangenen Jahr, so bewegten die Naturschützer auch dieses Mal wieder die Folgen der Hafenerweiterung auf die umliegenden Naturräume.

Joachim Schmidt vom NABU erläuterte den aktuellen Planungsstand und den Einfluss auf die benachbarten Naturräume. Angesichts der im Flächenkonzept vorgestellten Layoutvarianten kritisiert er, dass zu wenig Rücksicht auf die Belange des Naturschutzes genommen wird.
So würde der Ausbau des Hafenbeckens für große Schiffe auf über 15 Meter Tiefe die Strömungsverhältnisse stark beeinflussen und den Mündungsbereich des Peezer Bachs direkt beeinflussen.


Begründet wird die Notwendigkeit der Hafenerweiterung mit einer Entwicklungsprognose, die für den Rostocker Seehafen eine deutliche Umschlagssteigerung vorhersagt. So sollen hier im Jahr 2025 gut 50 Millionen Tonnen umgeschlagen werden. Allerdings stammt diese Prognose aus dem Jahr 2007, also der Zeit vor der Wirtschaftskrise. Auch dass der Anstieg laut Studie linear nach oben laufe und anscheinend weitere mögliche globale Krisen ausklammere, macht Joachim Schmidt skeptisch.
Das Ziel vieler Politiker durch die Hafenerweiterung mehr Beschäftigung zu erreichen, kann der Naturschützer nachvollziehen, dies dürfe aber nicht zum Totschlagargument werden. „Es geht nicht darum zu sagen, dass wir dieses Ziel nicht unterstützen. Aber man muss auch immer im Hinterkopf haben, was wir dadurch verlieren.“
Wichtig sei es, nach Alternativen zu suchen, beispielsweise im Fischereihafen oder auf dem ehemaligen Werftgelände in Warnemünde. Auch der interne Hafenausbau sollte vor dem externen Vorrang haben.
Aber nicht nur ein wertvoller Naturraum geht durch den neuen Flächenbedarf des Seehafens verloren, auch umliegende Gemeinden befürchten, dass sie den neuen Industrieflächen weichen müssen.

Gelegenheit zur Diskussion der Wirtschafts- und Hafenentwicklung wird es am 31. März um 17 Uhr im Rahmen eines öffentlichen Forum im Musik-Gymnasium Käthe Kollwitz geben.
Nachtrag:
Der Termin am 31. März wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.