
Der Workshop „Wie wohnen in Rostock?“ sollte entsprechend eine Idee über Wohnprojekte und den sozialen und mitunter auch ökologischen Anspruch hinter solchen Projekten vermitteln. Es sollten Beispiele aufgezeigt und diskutiert werden, wie Wohnprojekte aussehen können. „Es geht darum, nicht alleine, sondern mit anderen Menschen zusammen zu wohnen“, wie Ulrich Söffker, Landesgeschäftsführer der Grünen, den Inhalt auf den Punkt brachte.

Der Lindenhof bietet seinen Bewohnern private Rückzugsmöglichkeiten, gleichzeitig wurde das Projekt aber in einer kommunikationsfördernden Art und Weise konzipiert. Dazu gehören z.B. gemeinsam genutzte Freiflächen oder ein Gemeinschaftsraum, der am Wochenende zum gemeinsamen Frühstück oder beispielsweise für Feste genutzt wird. Für Paetzold stellen solche Wohnprojekte eine Chance dar, Jung und Alt zusammen zu bringen, weshalb barrierefreies Wohnen ein zentrales Anliegen bei der Planung des Lindenhofes war.
Vorbilder für die Entstehung des Lindenhofs waren Wohnprojekte in Dänemark, wo gemeinschaftliches Wohnen bereits viel verbreiteter ist als hierzulande. Ein weiteres Vorbild war der Aegidienhof, ein soziales Wohnprojekt in Lübeck. Neben dem Lindenhof, der ja nun bereits vollständig bewohnt ist, sind weitere Wohnprojekte in Rostock in Planung.
Uta Janssen stellte das Projekt „Wohnwandel“ vor, das sich darum bemüht, die leer stehende Hautklinik in der Augustenstraße zum gemeinschaftlichen Wohnen zu nutzen.
Wie das Wohnprojekt genau aussehen soll, wird derzeit noch diskutiert. Janssen könnte sich z. B. die gemeinsame Nutzung einzelner Räumlichkeiten wie der Küche vorstellen, während jeder Bewohner über ein eigenes Bad und private Rückzugsmöglichkeiten verfügt. Egal wie die Umsetzung letztendlich erfolgen wird, das Projekt soll einen „Knoten kultureller und sozialer Interaktion“ schaffen. Interessenten werden übrigens noch gesucht.

Letzteres wurde von Robert Waltemath vorgestellt, dessen Anliegen es außerdem ist, aufgrund der vielen Hürden, die es bei der Planung eines solchen Projektes zu überwinden gilt, eine Art Dachorganisation ins Leben zu rufen. Diese soll sich zwar nicht in die konkreten Wohnprojekte einmischen, aber beratend zur Seite stehen und ein Netzwerk etablieren, indem Erfahrungen ausgetauscht werden können. Ein solches Netzwerk würde sicherlich die Entstehung weiterer Wohnprojekte erleichtern.

Der Lindenhof zeigt jedenfalls eine Möglichkeit auf, wie gemeinschaftliches Wohnen im 21. Jahrhundert aussehen kann.