Intercity Rostock - Berlin - Dresden/Wien startet
Ab morgen wird die Bahnstrecke Rostock – Berlin – Dresden im Zwei-Stunden-Takt bedient, über Nacht geht es sogar bis nach Wien, ab Mai auch von Warnemünde
7. März 2020, von Olaf
Nicht mit Schampus, sondern mit echtem Ostseewasser wurde heute Vormittag ein neuer Intercity in Rostock auf den Namen „Mecklenburgische Ostseeküste“ getauft. Verkehrsminister Christian Pegel, Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen und der Konzernbevollmächtigte der DB, Joachim Trettin, nahmen die Taufe vor.
Anschließend ging es zur Premierenfahrt nach Berlin, für die im Vorfeld Tickets verlost wurden. Ab morgen ist der neue Zug regulär auf der Fernverkehrslinie Rostock-Berlin-Dresden im Einsatz.
Fernverkehrslinie Rostock – Berlin – Dresden im Zwei-Stunden-Takt
Ab dem 8. März 2020 wird die neue Intercity-Linie von Rostock, über Berlin nach Dresden mit acht Zugpaaren im Zwei-Stunden-Takt bedient. Zwischen 6:21 Uhr und 18:21 Uhr fahren die Züge von Rostock in die sächsische Landeshauptstadt. Die Fahrt dauert etwa 4 Stunden und 20 Minuten. Mit zwei Stunden Fahrzeit zwischen Rostock und Berlin ist die Verbindung 40 Minuten schneller als die Regionalexpress-Linie RE 5.

In Berlin gibt es getaktete Umsteigemöglichkeiten, etwa in den ICE nach München. Im Mai kommt der Berliner Flughafen Schönefeld als Haltepunkt hinzu, mit Inbetriebnahme des BER-Flughafens soll auch dieser ab dem Herbst bedient werden.
In Mecklenburg-Vorpommern halten die Züge zusätzlich in Neustrelitz und Waren (Müritz).
„Endstation Westerland, Endstation Binz, Endstation Warnemünde“, freut sich Claus Ruhe Madsen neben der besseren Anbindung für Geschäftsreisende auch über den Werbeeffekt fürs Ostseebad. Erste Hotelbuchungen für den Sommer soll es bereits aufgrund der neuen Bahnverbindung geben.
Doppelstockzüge des Herstellers Stadler

Zum Einsatz kommen auf der Strecke Rostock-Dresden KISS-Doppelstockzüge des Herstellers Stadler, die von der österreichischen Westbahn übernommen wurden. Das Innendesign ist modern, die Sitze machen einen bequemen Eindruck und es gibt ausreichend große Tische zum Arbeiten. Jeder Sitz ist mit einer Steckdose ausgerüstet und es gibt freies WLAN.
Die elektrisch angetriebenen vierteiligen Zugeinheiten bieten 300 Sitzplätze, einen Familienbereich und Raum für acht Fahrräder. Die Fernverkehrszüge verfügen über zwei Bistros, in denen es Getränke und Snacks an Selbstbedienungsautomaten gibt. Für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste wird eine Rampe mitgeführt. Es gibt zwei Rollstuhlstellplätze, ein behindertengerechtes WC sowie ein Wegeleitsystem in Brailleschrift.
Über Nacht von Warnemünde nach Wien

Von Sonntag bis Freitag geht es sogar ohne Umsteigen direkt von Rostock bis nach Wien. Der neue Nachtzug startet um 20:22 Uhr am Hauptbahnhof der Hansestadt und erreicht die österreichische Hauptstadt am nächsten Vormittag um 10:45 Uhr. Dieser Intercity fährt nicht über Dresden, sondern über Leipzig, Jena, Nürnberg, Passau und Linz. In der Gegenrichtung ersetzt er die bisherige ICE-Frühverbindung zwischen Leipzig und Berlin.
Sparangebote gibt es auf dieser Strecke ab 37,90 Euro. Für die gut 14 Stunden Fahrzeit ist allerdings Sitzfleisch angesagt, Schlafwagen gibt es bei diesem Nachtzug nicht. Hintergrund der Verbindung ist vielmehr, dass die Züge weiterhin im Stadler-Werk in Wien gewartet werden und die notwendige Überführungsfahrt für Kunden geöffnet wurde, erklärt Joachim Trettin.
Wenn der Umbau des Bahnhofs Warnemünde abgeschlossen ist, wird der Zug seinem Namen „Mecklenburgische Ostseeküste“ richtig gerecht und fährt ab dem 19. Mai direkt bis ins Seebad. Aus Wien kommend erreicht der Intercity Warnemünde um 08:59 Uhr. In die Gegenrichtung startet der Zug um 19:56 Uhr im Ostseebad. Auch die meisten aus Dresden kommenden Züge werden dann bis nach Warnemünde durchfahren.