Die Galerie am Alten Markt dürfte der Leserschaft spätestens seit der Ausstellung von Britta Naumann und Anne Sewcz bekannt sein, die gleichzeitig ja auch den Abschied von Galeristin Helga Manowski bedeutete. Unter einer neuen Leitung existiert die Kunstgalerie im Schatten der imposanten Petrikirche aber nach wie vor. Auch in Zukunft werden hier junge und regionale Künstler Platz für Verkaufsausstellungen finden und so vom Rostocker Kunstverein unterstützt werden.
Zur Debüt-Ausstellung unter der neuen fachlichen Leitung darf die Galerie trotz städtischer Sparmaßnahmen im neuen Glanz erstrahlen. Innerhalb eines einzigen Tages wurden nach langer Zeit endlich die Wände neu gestrichen und die Fenster professionell gereinigt – möglicherweise gleichzeitig auch ein symbolischer Akt der Erneuerung. Der Galerie tut es jedenfalls gut und den Besuchern gefällt, was sie sehen.
Und zu sehen gibt es diesmal eine Menge außergewöhnlicher, gewöhnungsbedürftiger aber auch sehr ästhetischer Kunst. In der neuen Ausstellung werden noch bis zum 27.02.2010 Aktzeichnungen zusammen mit Möbelobjekten zu sehen sein. Was auf den ersten Blick eine seltsame Kombination ergibt, ist bei genauerem Betrachten eine harmonische und stimmige Mischung, ja fast schon eine Verwandtschaft.

Zum Glück liegen die Preislisten zur Information auf dem Tresen bereit. Es werden also 23 Aktzeichnungen von Manfred Chladek ausgestellt, die alle von „Akt 01“ bis „Akt 23“ namentlich unkreativ durchnummeriert sind zwischen 480 und 720 Euro kosten, pro Stück natürlich. Daneben gibt es außerdem noch 8 Skulpturen des Künstlers Jörg Schwanz mit abenteuerlichen Titeln wie „DNA“ oder „Hastda malichtda“, die sich allerdings allesamt in einer etwas höheren Preislage befinden.

Jörg Schwanz hat bereits als kleiner Junge gern Nägel in Holzstücke gehauen, von diesem Material kam er auch später nie ganz los. Nach der Tischlerlehre kam das Studium zum Innenarchitekten, welches ihn ebenfalls nachhaltig geprägt hat. Seine Möbelobjekte sind sowohl zum Sehen als auch zum Ertasten gedacht. Man sieht Liebe und Triebe, Einsamkeit, Verträumtheit und Unmut – einfache Möbelstücke wurden mit feinem Witz aber sehr deutlich zur Veranschaulichung menschlicher Züge neu definiert.
