Am frühen Montagnachmittag lud die Weiland-Buchhandlung in der Kröpeliner Straße zu einer Buchpremiere ein. Das hatte auch einen guten Grund, kommt dieses Buch doch sowohl was Inhalt als auch Verlag angeht direkt aus Rostock.
Bei dem besagten Buch handelt es sich um „Die Spatien“, einen Sammelband von bisher unveröffentlichten Texten von und über den Rostocker Schriftsteller Walter Kempowski. Der ungewöhnliche Titel dieses Buches kommt von dem Wort „Spatium“, lateinisch für Zwischenraum.
Vorgestellt wurde es von Katrin Möller-Funk, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Kempowski-Archiv Rostock arbeitet und direkt an dem Buch beteiligt war. Die beiden Herren Redieck und Schade, deren gleichnamiger Verlag das Werk herausgibt, waren ebenfalls anwesend und für Fragen sowie Lob und Kritik offen.

Das erste Heft der „Spatien“ entstand 2005 und seitdem erscheinen sie einmal im Jahr. Bisher gab es bei den Heften kaum Veränderungen, dies soll sich ab der nächsten Ausgabe aber ändern. Es wird nicht nur einen neuen Aufbau geben, der Inhalt wird sich auch vermehrt der Forschung zuwenden und es sollen erstmals Texte von Kempowskis Bruder Robert abgedruckt werden.

„Die Spatien zeigen, wie wichtig es ist, Archivmaterial nicht nur zu verschließen, sondern der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, so Katrin Möller-Funk. Im Archiv gäbe es noch viele schöne Texte, aus denen sich „Spatien“ zusammenstellen ließen, „es wird weitergehen“.
Anlässlich seines Todestages am 5. Oktober sind fürs nächste Jahr in Rostock Kempowski-Tage geplant, die den Schriftsteller noch einmal würdigen sollen.