Schneeglöckchen, Winterlinge, Krokusse – es ist unübersehbar: Der Frühling ist da. Das Leben in der Natur erblüht wieder. Vögel zwitschern auf der Suche nach einem Partner. Helles Licht und frische Farben sorgen für ein heiteres Gemüt.
Einen Gegensatz dazu bildet die derzeitige Ausstellung „Noch mal Leben“, die noch bis zum kommenden Sonntag in der Kunsthalle Rostock zu sehen sein wird. Sie zeigt Menschen, die kurz vor und nach ihrem Tod in großen Schwarz-Weiß-Fotografien von Walter Schels porträtiert wurden.
In diesem Rahmen fand am Montag der 2. Kunst-Lieder-Salon des Rostocker Volkstheaters statt. Doch bevor der musikalische Teil der Veranstaltung begann, hatten die Besucher Gelegenheit, sich die Bilder anzuschauen und mit Mitarbeitern von Rostocker Hospizdiensten darüber ins Gespräch zu kommen.

Auch das musikalische Programm war auf das Thema der Ausstellung abgestimmt. Vor allem die „Vier ernsten Gesänge“ von Johannes Brahms (1833-1897) beschäftigen sich mit Tod und Vergehen. Dieses Requiem in Liedform nach Texten aus der Bibel wurde vom Bariton Olaf Lemme vorgetragen, der seit 1991 zum Ensemble des Volkstheaters Rostock gehört. Auch „Zueignung“ von Richard Strauss wurde von ihm präsentiert.
Es war jedoch nur eines von insgesamt sechs Kunstliedern des Komponisten, der von 1864 bis 1946 lebte. Seine lebensfrohen und lebensbejahenden Lieder, in denen es viel um Liebe geht, bildeten einen ergänzenden Kontrast zum eigentlichen thematischen Schwerpunkt des 2. Kunst-Lieder-Salons. Mit „Ständchen“ und „Seitdem dein Aug‘ in meines schaute“ nach Gedichten von Adolf Friedrich Graf von Schack am Anfang und „Breit über mein Haupt“ ebenfalls von Graf von Schack sowie „Ich wollt‘ ein Sträusslein binden“ und „Amor“, beide nach Gedichten von Clemens Brentano, am Ende, bildeten sie den Rahmen des musikalischen Programms.

Auch das italienische „Pace non trovo“ aus „Tre Sonetti del Petrarca“ von Franz Liszt stellte die Sängerin dem Publikum vor.
Begleitet wurden die beiden Sänger vom Pianisten Jens Hoffmann, der ebenfalls eine Konzertetüde von Franz Liszt vortrug.
Mit lediglich einem schwarzen Flügel und drei überzeugenden Musikern hat das Volkstheater ein unerwartet großes Publikum beim 2. Kunst-Lieder-Salon gefunden. So groß, dass die Besucher gemeinsam in ein Programmheft schauten und noch zusätzliche Sitzgelegenheiten herbeigeschafft werden mussten.