Zwei neue Elektroladestationen für Fahrzeuge eingeweiht
Rostock hat zwei neue Elektro-Ladesäulen für Elektromobile. Sie sollen den e-mobility-Gedanken in der Stadt verfestigen und der Anfang einer E-Infrastruktur sein.
31. August 2012, von Maria
„Sie haben eine schnelle Beschleunigung, sind leise und beim Fahren hat man ein gutes Gewissen“, beschreibt der Senator für Bau und Umwelt, Holger Matthäus, die Bewegung mit einem elektrisch betriebenen Fahrzeug. Seit heute gibt es in Rostock am „Haus des Bauens und der Umwelt“ (THBA) und am Technologiezentrum in Warnemünde je eine Aufladesäule, die es den Benutzern erleichtert, wieder in Gang zu kommen. Die Säule am THBA ist mit zwei Ladepunkten mit Drehstrom (400 V) ausgestattet und verfügt zudem über zwei 230 V-Wechselstrom-Ladungen.
Während die innerstädtische Tankstelle nur für Mitarbeiter des THBAs am Holbeinplatz zugänglich ist, ist die Säule in Warnemünde öffentlich und kann von jedem E-Fahrzeugführer genutzt werden. Diese wird mit Münzen oder mit einer Ladekarte bezahlt, die bei den Rostocker Stadtwerken erhältlich ist. Außerdem bietet die Warnemünder Säule eine zusätzliche Funktion als Parkautomat.

„Im Moment sind ungefähr 50 Elektrofahrzeuge in der Stadt unterwegs“, schätzt Oliver Brünnich, Vorstand der Rostocker Stadtwerke. Sie werden zumeist von der Wohnungsgesellschaft WIRO und den Stadtwerken genutzt und helfen beim betrieblichen innerstädtischen Verkehr – Servicefahrten und der Postverkehr werden über sie abgewickelt. „Und gerade dafür sind diese Fahrzeuge gut: Bei voller Aufladung haben sie eine Reichweite von 200 Kilometern und sind so für den Stadtverkehr gut geeignet“, meint Brünnich.
Momentan wird noch weiter an der e-mobility, also der elektrischen Bewegung, geforscht. Der Plan ist, dass die elektrisch betriebenen Fahrzeuge auch einfacher für den Individualverkehr genutzt werden. Das heißt, dass sie erschwinglicher in der Anschaffung sein sollen und auch über eine bessere Ausstattung verfügen.

Außer dem Auto können noch andere Fahrzeuge mit Strom betrieben werden, seien es Segways oder Pedelecs, bei denen es sich um Fahrräder handelt, deren Fahrer beim Pedaltreten elektrisch unterstützt werden. Die Zukunftsvision von Oliver Brünnich wäre der Pendelverkehr in die Hansestadt zum Beispiel über die Pedelecs, die 25 km/h erreichen können und die weitere Nutzung vom öffentlichen Nahverkehr. Dies ist eine umweltschonendere Variante zum Auto-Pendel-Verkehr in die Vororte.
Mit dem Ausbau der Versorgungs- und Ladeinfrastruktur für elektrisch betriebene Fahrzeuge wird weiter von der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen abgerückt. Der Ostseestrom von den Stadtwerken setzt sich zu 60 Prozent aus regenerativen Energiequellen und zu 40 Prozent aus der Gas- und Dampfturbinenanlage in Rostock-Marienehe zusammen.
Damit ist das Rostocker Projekt Teil der bundesweiten Energiewende. Auch ohne Kaufprämie hält die Bundesregierung dabei weiter an ihrem Ziel fest, im Jahr 2020 ungefähr eine Million elektrisch betriebene Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu haben.