4. Landeszootag 2014 in Mecklenburg-Vorpommern
Unter dem Motto „Der ganze Zoo ein Klassenzimmer“ präsentierten Rostocker Schüler ihre Arbeiten, die im vergangenen Jahr im Zoo entstanden sind
10. September 2014, von Miriam
Man fühlte sich fast ein wenig wie in der Schule, als man heute das Darwineum des Rostocker Zoos betrat. Plakatwände waren aufgestellt, Tische aneinandergereiht und Schüler jeder Altersgruppe liefen durch die Gegend. Kein Wunder, denn der heutige Landeszootag steht unter dem Motto „Der ganze Zoo ein Klassenzimmer“.
Für viele Kinder und Jugendliche aus Rostocker Schulen war der Zoo in der vergangenen Zeit genau das: ein Klassenzimmer. Ein gesamtes Schuljahr arbeiteten Teams verschiedener Klassenstufen dort an unterschiedlichen Projekten. Bei regelmäßigen wöchentlichen Unterrichtsstunden im Zoo konnten die Schüler hinter die Kulissen schauen und sich intensiv mit ihrem Thema auseinandersetzen. Dabei sind vielfältige Projekte entstanden, die am heutigen vierten Landeszootag präsentiert wurden.

Das große Plakat der vier Schüler vom Innerstädtischen Gymnasium Rostock lockte schnell die meisten Gäste an. Stolz stellten die frisch gebackenen Abiturientinnen Anna Diederich und Friederike Eggert damit ihre Arbeit vor. „Wer sich das Gehege der Eisbären schon mal genau angeguckt hat, dem ist mit Sicherheit schon das grün verfärbte Wasser aufgefallen. Das ist für die Tiere zwar nicht gefährlich, aber wirklich schön sieht es natürlich nicht aus“, beginnt Anna zu erzählen. Um dagegen etwas zu unternehmen, haben die Schülerinnen in Zusammenarbeit mit der Universität Rostock und dem Bilse-Institut eine moderne Filtermethode zur Aufbereitung des Wassers entwickelt. Wie kompliziert und aufwendig dieser Weg war, versuchte Anna den Zuhörern zu erklären. Auch Landschaftsminister Till Backhaus, der sich als Schirmherr des Landeszootags jedes Projekt genau anschaute, staunte dabei nicht schlecht.

Doch so naturwissenschaftlich ging es nicht bei jedem Projekt vor sich. So entstand im letzten Jahr außerdem das selbstgestaltete Kinderbuch „Assumbo – der Gorilla aus dem Rostocker Zoo“ oder das Schülernetzwerk „Darwinet“, eine Homepage, auf der alle Ergebnisse der einzelnen Projekte festgehalten werden. Charlotte, Pauline und Lea recherchierten wiederum das Sozialverhalten der Affen. Auch zum Thema Bionik und zur Arbeitsteilung der Ameisen wurde geforscht.
Brunhild Konradt, Mitarbeiterin der Zooschule Rostock, hat die Schülerinnen und Schüler während des letzten Jahres betreut und freut sich über die tollen Projekte. „Es hat mich fast schon geärgert, dass kleine Kinder in den Zoo kommen, große aber nicht. Mit solchen Schulprojekten kommen Jugendliche nicht nur wieder vermehrt in den Zoo, sondern gleichzeitig lernen sie auch sich zu präsentieren“, erzählt Brunhild Konradt. Und das Angebot des außerschulischen Lernorts wird durchaus angenommen. Mehr als 30.000 Schüler kommen jährlich im Rahmen des Unterrichts in die zoologischen Gärten.

Bald wird dort auch das neue Projekt „Kreatives Löten“ angeboten. Hierfür leiht die Rostocker Universität für Informatik und Elektrotechnik dem Zoo ab sofort Werkzeugkästen. Heute konnten sich einige Schüler schon einmal ausprobieren und aus einfachen Mitteln ein Tier zum Leben erwecken. Die kleine Lily und Vivien präsentierten stolz ihren selbstgelöteten Käfer, den sie selbstverständlich mit nach Hause nehmen dürfen. Erstmal freuen sich die zwei allerdings noch auf einen Rundgang durch den Zoo mit ihrer Klasse.
Über 600. 000 Besucher lockte es allein im letzten Jahr in den Rostocker Zoo. Auch 2014 rechnet Zoodirektor Udo Nagel insgesamt wieder mit einem erfolgreichen Jahr.