Viel los heute im beschaulichen Seebad Warnemünde: Aida-Schwesterntreffen, Port Party und erstmals zwei Kreuzfahrtschiffe, die im Rostocker Kreuzfahrthafen gleichzeitig mit umweltfreundlichem Landstrom versorgt werden.
Nachdem die „AIDAdiva“ am Freitag die Kreuzfahrtsaison 2023 in Warnemünde eröffnet hat, gab es heute den ersten Doppelanlauf des Jahres. Es war ein Schwesterntreffen der beiden Kussmundschiffe „AIDAsol“ und „AIDAmar“, die kurz nach 7 Uhr an den Liegeplätzen P7 und P8 im Seebad festmachten. Gegen 20:30 Uhr wollen die beiden Kreuzliner das Seebad gemeinsam verlassen.
Bei dem Doppelanlauf wurden heute erstmals zwei Kreuzfahrtschiffe in Warnemünde gleichzeitig mit umweltfreundlichem Landstrom versorgt. Laut Aida Cruises war dies nicht nur eine Premiere im Rostocker Seebad, sondern das erste Mal überhaupt, dass in einem deutschen Hafen zwei Kreuzfahrtschiffe parallel per Landstromanlage mit grüner Energie versorgt wurden.
Luft nach oben bei der Landstromnutzung
„Wir freuen uns über diese gelungene Premiere in Rostock-Warnemünde. Dank der Eröffnung weiterer Anlagen in Europa werden wir unser Engagement auch in diesem Jahr weiter ausbauen können“, sagt Aida-Präsident Felix Eichhorn. „Unser Ziel ist, zukünftig in allen Häfen Landstrom nutzen zu können.“ Immerhin entfallen fast die Hälfte aller Kreuzfahrt-Anläufe in Warnemünde in dieser Saison auf Schiffe der Rostocker Reederei.
Bei der Abnahme von Landstrom gibt es noch viel Luft nach oben. Nach Angaben des Rostocker Hafenbetreibers Rostock Port haben im vergangenen Jahr nur acht von insgesamt 30 Kreuzfahrtschiffen bei 13 – der insgesamt 139 – Anläufen umweltfreundlichen Landstrom bezogen - insgesamt rund 400.000 Kilowattstunden. Allein die beiden Aida-Schiffe „AIDAdiva“ und „AIDAmar“ hatten in der vergangenen Saison zusammen 50 Anläufe im Kreuzfahrthafen Warnemünde.
Landstromanlage in Warnemünde 2021 eingeweiht

Die Anlage kann mit bis zu 20 Megavoltampere (MVA, entspricht etwa 16 Megawatt) zwei Kreuzfahrtschiffe an den Liegeplätzen P7 und P8 in Warnemünde gleichzeitig mit Strom versorgen. Die AIDAsol benötigt im regulären Passagierbetrieb bis zu 4,5 Megawatt pro Stunde. Dank integrierter Frequenzumrichter können sowohl Schiffe mit 50- als auch mit 60-Hertz-Bordnetzen versorgt werden. Der Strom soll aus Wasserkraft erzeugt werden.
Etwa 19 Mio. Euro wurden in die Landstromanlage investiert. 90 Prozent der Kosten haben sich Bund und Land geteilt, der Rest wurde durch die Hansestadt Rostock finanziert.
Landstrom-Foto: AIDA Cruises/Marc Klein