Sie sind nicht mehr aus Warnemünde wegzubekommen: die Liebesschlösser. Nachdem sie an der alten Bahnhofsbrücke entfernt wurden, wo sich schon eine beachtliche Anzahl an mehreren Ketten angehäuft hatte, gibt es nun einen neuen Ort. Noch zaghaft aber deutlich sammeln sich am Geländer, das die Skulptur „Große Stehende“ auf der Westmole einfasst, die ersten Liebesbeweise. Die trauernde Seemannsfrau von Werner Stötzer trifft auf die Hinterlassenschaften von Paaren, die ihrer Liebe dauerhaft und öffentlich Ausdruck verleihen wollen. Der moderne Brauch hat mittlerweile weltweit Fans und Kritiker.

„Wir haben wichtigere Planungsvorhaben zu bearbeiten, als uns um solche Angelegenheiten zu kümmern“, heißt es aus dem Tiefbauamt. Als Baulastträger für die Bahnhofsbrücke zuständig, hatte es die Liebesschlösser über zwei Jahre am Alten Strom geduldet, im Rahmen einer Sanierung aus Sicherheitsgründen jedoch endgültig wieder entfernt. Für Amtsleiter Heiko Tiburtius ist das Thema vielmehr ein stadtplanerisches und auch touristisches. Entsprechende Initiativen, wie in der Stadt mit solchen Phänomenen umzugehen sei, sollten dort entwickelt werden.