Griechische Mythen können sich auch in unserer heutigen modernen Gesellschaft immer noch großer Beliebtheit und ungeminderter Aktualität erfreuen. Nicht nur im trockenen Geschichts- und Lateinunterricht, sondern auch auf der Bühne (z.B. Orpheus) und im Film (z.B. Troja) gibt der Jahrtausende alte Stoff immer wieder Material für neue Drehbücher.

Medea ist eine Frauengestalt der griechischen Mythologie, die erstmals im 5. Jahrhundert v. Chr. von Euripides erwähnt wird, aber möglicherweise schon viel früher existierte. Die zauberkundige Medea und ihr Gatte Jason haben zwei gemeinsame Kinder. Nachdem Jason ihr aber untreu wird und eine Königstochter heiratet, vergiftet Medea diese aus Rache und tötet außerdem ihre beiden Kinder, um Jason noch tiefer zu treffen.

Das besondere an dem Projekt ist, dass zwei deutsche Schauspieler und ein Regisseur sowie zwei georgische Schauspieler und ein weiterer Regisseur zusammenarbeiten und so versuchen, das Stück neu zu erfinden. Dabei gibt es zwei Medeas und Jasons unterschiedlicher Herkunft, die bei dem Versuch der Nacherzählung des Mythos miteinander in Streit geraten und gleichzeitig die gleichen Konflikte des Mythos durchleben.

Die szenischen Passagen übernahmen die Schauspielerin Ricarda Ciontos aus Berlin und Nino Burduli, die in ihrem Heimatland Georgien sehr bekannt ist, höchst persönlich. Die männlichen Schauspieler Andreas Herrmann und Merab Ninidse waren gestern leider nicht vor Ort, da der eine in Aachen spielen musste und der andere gerade in London einen Film dreht. Begleitet wurden die szenischen Stellen von Matthias Richter auf der Gitarre.

Die Uraufführung des Stückes „Medea.Transit“wird im Herbst dieses Jahres in Georgien stattfinden, die Deutschlandpremiere in Berlin gefolgt von weiteren Gastspielen wird im Frühjahr 2011 sein.