
Für die drei Musiker war es ein Heimspiel. Gemeinsam studierten sie an der Hochschule für Musik und Theater und gründeten dort auch Muttis Kinder. Nach dem Abschluss ging Christopher ans Berliner Ensemble, während Claudia und Christopher noch am Volkstheater blieben. Doch auch sie zog es 2008 nach Berlin, wo die drei schauspielern und gemeinsam musikalisch aktiv sind. In diesem Jahr standen sie auch schon in Kroatien und Singapur auf der Bühne.

Musikalisch wurde eine enorme Bandbreite abgedeckt. Mal wurde Alanis Morissette angesungen, dann wieder auf die White Stripes gewechselt und zwischendrin gab es auch mal Schlager zu bestaunen. Muttis Kinder sangen natürlich nicht nur, sondern beatboxten auch und imitierten ein halbes Orchester. So wurden virtuell Gitarren- und Basssaiten gezupft, diverse Schlaginstrumente bedient und in verschiedene Hörner geblasen. Und als ob das nicht gereicht hätte, wurde Christopher Nell kurzzeitig zum DJ und legte eine Platte von Lady Gaga auf – alles a cappella versteht sich.

Neben der Musik bot der Auftritt auch ein hohes Unterhaltungsniveau und es gab viele Lacher. Sei es die kurzzeitige Roboterimitation, spontane Tanzeinlagen oder Wutausbrüche, die Claudia und Marcus zeitweilig die Bühne verlassen ließen – alles perfekt in die Musik eingebunden. In der zweiten Hälfte präsentierte das Trio auch einige tolle Mashups. Dabei werden zwei oder mehr Lieder künstlerisch ineinander gemischt. Zu hören gab es unter anderem eine Wettermischung, in der „Here comes the rain again“, „Singing in the rain“ und „Here comes the sun“ verschmolzen wurden.

Mit Muttis Kinder ging gestern die 25. Kulturwoche des Allgemeinen Studierendenausschusses zu Ende. Der Studentenrat hat beschlossen, diese künftig aus dem Haushalt auszugliedern und nur noch als Hauptsponsor tätig zu sein, jedoch nicht mehr den großen Verwaltungsaufwand zu tragen. Trotzdem wird es auch weiterhin Ermäßigungen für Studenten geben und es wird versucht, auch studentische Künstler in das Programm zu involvieren.
Organisator Daniel Karstädt hat auch schon konkrete Pläne für die 26. Auflage, wollte diese aber noch nicht verraten. Er war sehr zufrieden mit der diesjährigen Herbstkulturwoche. „Wir haben wieder eine Auslastung von 88 Prozent erreicht und konnten viele tolle Veranstaltungen erleben.“ Sein persönliches Highlight war das Percussionslabor im Peter-Weiss-Haus. Dort musizierten verschiedene lokale Perkussionsgruppen gemeinsam. In diesem Jahr lief der Vorverkauf besonders gut. „Das war auch super, so konnten wir entspannt in die Termine gehen, weil wir wussten, dass viele Leute kommen würden.“

Durch die unglaublich gute Resonanz auf den Poetry Slam wird es am 29. Januar im Ursprung eine besondere Veranstaltung geben. Unter dem Titel „MV Poetry Allstars“ werden verschiedene bekannte Teilnehmer der letzten Jahre einen gemeinsamen Abend gestalten, der ganz den gesprochenen Wörtern gewidmet sein wird.