Nach langjährigen und umfangreichen Restaurierungsarbeiten wurde am Abend der mehr als 500 Jahre alte Nonnenaltar in der Universitätskirche Rostock feierlich übergeben. Die Kulturstiftung der Länder, die Jahresköste sowie zahlreiche weitere Sponsoren und Unterstützer haben die rund 70.000 Euro teure Restaurierung möglich gemacht.
„Das Besondere an diesem Altar ist, dass die Außenseiten bis 2004 keine malerische Darstellung besaßen“, erläutert Restaurator Georg von Knorre. Irgendwann im 19. Jahrhundert wurden die sogenannten Alltagsseiten mit einer schwarzen Farbschicht übermalt - wahrscheinlich, weil die Malerei beschädigt war. Bis 2004 war nicht so richtig bekannt, was noch an Malerei vorhanden ist. Nach der Freilegung kam gotische Malerei zum Vorschein, „von der zu diesem Zeitpunkt niemand mehr so genau wusste, was das ist – das war sehr spannend“, beschreibt der Restaurator die Besonderheit dieser Restaurierung.

„Jetzt ist die Kirche irgendwie wieder vollständig, jetzt ist sie wieder so, wie sie sein soll“, freut sich auch Prof. Dr. Wolfgang Schareck, Rektor der Universität Rostock, über das Ergebnis der Restaurierung.
Vor dem früher üblichen allwöchentlichen Schließen und Öffnen des Altars warnt Georg von Knorre jedoch auch nach abgeschlossener Arbeit, „dann fange ich hier im nächsten Jahr wieder von vorne an.“ Solange man nicht vergisst, „dass man dieses Kunstwerk wie ein rohes Ei behandeln sollte“, sei ein Öffnen und Schließen zu den christlichen Festtagen aber durchaus möglich, so der Restaurator.
Ursprünglich stand der etwa auf das Jahr 1500 datierte Kreuzaltar auf der 1866 abgerissenen Nonnenempore, daher wird er auch Nonnenaltar genannt. Seit dem Abriss hängt er im nördlichen Seitenschiff der Universitätskirche. Neben Gottesdiensten wird die Kirche heute auch für akademische Feiern, etwa der Überreichung von Promotions- und Habilitationsurkunden genutzt.