Rostocker Radwegewart kontrolliert Radwege
Mit Fahrrad, Hänger und Besen für sichere und saubere Radwege in Rostock unterwegs
19. April 2011, von Olaf
Rostock hat einen Radwegewart. Auf unseren Straßen ist es längst zur Normalität geworden, dass diese regelmäßig von Straßenwärtern kontrolliert werden. Das muss doch auch für Radwege möglich sein, hat man sich in der Stadtverwaltung gedacht und nun gibt es ihn, den ersten Rostocker Radwegewart.
Im Auftrag des Umweltamtes ist Peter Schmidt ab sofort als Radwegewart auf Rostocks Fahrradstrecken unterwegs. Schon seit gestern, erzählt Schmidt, auch wenn der Kilometerzähler noch auf Null steht. „Der Fahrradcomputer wurde erst heute angebaut, gute 50 Kilometer habe ich aber schon zurückgelegt.“ Heute stehen der Rostocker Nordwesten und Warnemünde auf seinem Plan.

Mindestens 300 Kilometern möchte er pro Woche zurücklegen, wobei dies davon abhänge, wie oft er absteigen und in Aktion treten muss. Die Strecke sieht Schmidt nicht als Problem. „Ich fahre auch privat viel und gern durch die Stadt“, erzählt der 48-Jährige, dessen Dienstfahrrad ein Pedelec ist, das ihn beim Treten mit einem kleinen Elektromotor unterstützt.
Ausgerüstet mit Anhänger, Schaufel und Besen kann er kleinere Verschmutzungen sofort beseitigen. Größere Verschmutzungen, Wildwuchs oder Schäden am Belag hoffe man, mit seinen Meldungen schneller beseitigen zu können.
Bisher erfolge die Reinigung in festen Intervallen, sieht Umweltsenator Holger Matthäus hier Optimierungspotenzial. Verunreinigungen oder Schäden können dem Amt für Umweltschutz auch telefonisch gemeldet werden (Tel. 381-7305).

Über Schäden und Verschmutzungen habe er sich selbst schon oft geärgert und in Glasscherben auch schon den einen oder anderen Plattfuß geholt, erzählt Schmidt. „Auf die Ausschreibung habe ich mich daher direkt beworben.“ Vorläufig ist die Stelle auf sechs Monate befristet und läuft bis zum 7. Oktober. Ob es im nächsten Jahr weitergeht, werden die Erfahrungen zeigen.

Für Bundes- und Landesradwege würde es bereits Radwegewarte geben, „auf Stadtebene ist das aber eine Neuheit“, bekräftige Matthäus. Einen Igel hatte der Senator als Maskottchen dabei, „in Anlehnung an die Fabel vom Hasen und Igel“, damit der Radwegewart immer schon da ist, bevor etwas passiert.
Neben seinen Kontrollaufgaben soll Peter Schmidt auch als mobiler Ansprechpartner für Fahrradtouristen dienen. Martin Elshoff vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) übergab ihm dazu gleich Stadtplan und Fahrradkarte.
Und wer jetzt meint, dass er den Namen und das Gesicht des ersten Rostocker Radwegewarts irgendwoher kennt, liegt vielleicht gar nicht so verkehrt: Peter Schmidt war früher Fan-Beauftragter beim FC Hansa Rostock und dürfte zumindest vielen Fußballfans aus dieser Zeit noch gut bekannt sein.