Die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) treibt die Modernisierung ihrer Busflotte voran. Sechs Niederflurbusse der neuesten Generation wurden am Morgen übergeben und sollen noch heute den Linienbetrieb aufnehmen.
Im Gegenzug werden sechs zwölf Jahre alte Fahrzeuge ausgemustert. Älter als 14 Jahre dürfen die Busse der RSAG nicht sein, das schreiben die Verträge mit der Hansestadt Rostock vor, erklärt Jan Bleis, kaufmännischer Vorstand des Unternehmens. In der Regel werden die Fahrzeuge aber bereits nach zwölf Jahren ersetzt, „danach werden sie in der Instandhaltung zu teuer“, so Bleis.
Verschrottet werden die ausgemusterten Fahrzeuge aber nicht. „Die fahren gut und gerne noch drei oder fünf Jahre, meist im Ausland“, erläutert Bleis. Wo die Fahrzeuge landen, steht nicht fest, der Verkauf läuft über einen Zwischenhändler.

Die Busse sind behindertengerecht ausgestattet, an allen Türen stufenfrei und verfügen über eine Absenkmöglichkeit an der Türseite (Kneeling). TFT-Monitore sorgen für die Information der Fahrgäste, eine Temperaturabsenkanlage im Fahrgastraum und eine Klimaanlage für den Fahrerplatz sind ebenfalls vorhanden.

Noch nicht vom Tisch ist die Elektrobuslinie für Warnemünde. „Da gibt es eine Machbarkeitsstudie, das können wir uns in absehbarer Zeit vorstellen“, so Schroeder. Noch ist die Reichweite von rund 200 Kilometern aber etwas knapp, um über den ganzen Tag zu kommen und den Bus ohne zusätzliche Infrastruktur an den Endhaltestellen nur einmal nachts auf dem Betriebshof zu laden. Und die Finanzierung müsse geklärt sein, denn „die Fahrzeuge sind deutlich teurer“.
Auch Fahrerassistenzsysteme sind in der Zukunft durchaus ein Thema, bestätigt der technische Vorstand, ebenso wie das autonome Fahren. Auch wenn es noch einige Jahre dauern wird, bis Busse und Straßenbahnen ohne Fahrer durch Rostock rollen, ist das „ein interessantes Thema, dem wir uns stellen müssen“. In näherer Zukunft könne er sich das für den Betriebshof vorstellen, wo die Fahrzeuge autonom zum Tanken und Vorbereiten fahren könnten, sagt Michael Schroeder.
Die sechs heute übergebenen Fahrzeuge sind der letzte Teil einer 14 Busse umfassenden europaweiten Ausschreibung für 2014 bis 2016, derzeit läuft die Ausschreibung für die nächsten drei Jahre. Aktuell verfügt die RSAG über 73 Busse. Die Busfahrer des Unternehmens steuern 415 Haltestellen auf 21 Linien im gesamten Stadtgebiet an, legen dabei jährlich rund 4,5 Mio. Kilometer zurück und bringen mehr als zwölf Millionen Fahrgäste sicher ans Ziel.