
Vom Hotel Neptun strahlt die Zahl 2021 zu ihr herüber. 55 hell erleuchtete Zimmer bilden an der Fassade schon seit Tagen die neue Jahreszahl. „Wir können das neue Jahr kaum erwarten“, erklärt das Hotel auf seiner Facebook-Seite. Gäste darf es schon länger nicht mehr empfangen. Corona hat auch dem Jahreswechsel in Warnemünde einen Strich durch die Rechnung gemacht. Hotels und Restaurants sind geschlossen, Silvester-Partys nicht erlaubt, das traditionelle Turmleuchten am Neujahrstag wurde längst abgesagt.

Nur einzelne Paare und Familien genießen die frische Meeresbrise auf dem Weg zum Leuchtturm. Unterhalb des Warnemünder Wahrzeichens hat ein Polizeiwagen Position bezogen. Viel zu tun haben die Ordnungshüter nicht. Menschenansammlungen oder gar illegale Partys sind hier Fehlanzeige.
Drei Stunden später, kurz vor Mitternacht, in Gehlsdorf: Ein paar Stative stehen am Warnow-Ufer, die Fotografen haben ihre Objektive auf die Stadtsilhouette gerichtet. Wird es trotz Verkaufsverbot auch im Corona-Jahr ein Feuerwerk am Rostocker Nachthimmel geben?
Tuuuut! Das sonore Dröhnen eines Schiffshorns durchschneidet die nächtliche Stille – Gänsehautmoment! Mehr und mehr Raketen malen farbenfrohe Bilder an den Nachthimmel. Die eines hassen es, vor allem die krachenden Böller, die anderen möchten zum Jahreswechsel einfach nicht auf ihr traditionelles Feuerwerk verzichten. Trotz Verkaufsverbot steigt fast so viel Pyrotechnik in den Himmel wie sonst.
Doch es sind weniger Leute an diesem Abend, sie halten Abstand, ausgelassen ist die Stimmung nicht. Im Corona-Jahr ist vieles ein wenig anders, einiges aber doch wie immer. Ein „insgesamt ruhiges Einsatzgeschehen“ verzeichnet das Polizeipräsidium Rostock im Anschluss an die Silvesternacht, „Personen, die gegen Corona-Regeln verstießen, verhielten sich überwiegend kooperativ“. Rostock hat das neue Jahr unbeschadet begrüßt.
Wir wünschen euch ein frohes neues Jahr, bleibt gesund und passt auf euch auf!