
Zwei Wahlgänge waren nötig, bis der einzige Kandidat mit einer Stimme mehr die erforderliche Mehrheit hinter sich bringen konnte, zuvor fehlten ihm zwei Stimmen. Der Abstimmung war eine Diskussion über die Rechtmäßigkeit der Wahl vorausgegangen. Uneinig waren sich die Fraktionen, ob das Verfahren ordnungsgemäß verlaufen sei. „Nach meiner Auffassung ist es kein demokratisches Verfahren“, sagte Frank Giesen (CDU). Er und Vertreter der FDP sowie des Rostocker Bundes kritisierten, dass nicht ausreichend Zeit für eine Anhörung gewesen sei. Dem widersprachen Linke und SPD. Steffen Wandschneider (SPD) warf der Verwaltung vor, das Verfahren absichtlich in die Länge zu ziehen. Die Bewerbungsfrist endete bereits im Dezember.
Von parteiinternen Absprachen und politischer Machtarroganz sprach Sybille Bachmann. Ihre Fraktion und FÜR Rostock hatten eine Vorschlagsergänzung vorgelegt, für die in der kommenden Woche eine Anhörung vorgeschlagen worden sei, informierte Oberbürgermeister Roland Methling. Für ihn sei es „nicht logisch bei der Wahl von vier Senatoren, schon heute eine Wahl vorzunehmen“, da die Aufgaben noch zugeordnet werden müssten.
Die Vorgängerin von Steffen Bockhahn, Dr. Liane Melzer, die im letzten Sommer nach Hamburg gegangen war, zählte noch den Bereich Kultur zu ihrem Ressort. Der war bei der Ausschreibung herausgelöst worden. Nach einem Beschluss der Bürgerschaft soll der Zuschnitt der Senatsbereiche neu geordnet werden und ein vierter Senator eingesetzt werden.