
Okay, nein. Eigentlich will ich ja nur nicht zugeben, dass mich Klein-Rostock nach zwei Monaten doch noch zu exzessiven Fischgenüssen bekehrt hat. Ja, Chef.-

Ich bestellte flugs die halbe Karte (hach, endlich) und lehnte mich bibbernd zurück. Nach ungefähr 15 Minuten kam dann auch eine stattliche Sushi-Platte. Natürlich gehe ich in solch fragwürdige Restaurants nicht nur zugunsten meines leiblichen Wohls – sondern auch in journalistischer Geheimmission. Todesmutig habe ich für euch, liebe Leser, so einige Gefahren auf mich genommen. Zum Beispiel das Risiko einer Salmonellenvergiftung, die sich in mit Fischrogen ummantelten Inside-Out-Maki-Rollen ja quasi vertausendfacht (in jedem Ei zig potentielle Salmonellen). Die Karte des Quyet Thang Lo lockte zwar mit noch weitaus exotischeren Formen und Farben, halbgare Garnelenschwänze konnte ich mit meinem tierlieben Gewissen dann aber doch nicht vereinbaren. Und mit meinem gesunden Ekelempfinden, davon einmal abgesehen.
Perfekt getarnt mit der winzigen Spiegelreflexkamera, gelang es mir, einige unauffällige Aufnahmen der abenteuerlichen Speisen zu machen. Seht selbst – und probiert. Bis jetzt lebe ich noch, das ist ein gutes Zeichen. Und lecker war’s auch. Für ca. 15-20 Euro kann man hier eine ganze Menge von dem Zeug essen. Als Rostocker eigentlich ein Muss, immerhin besteht’s vor allem aus Fisch. Also: mal was riskieren – und guten Appetit!