

So viel Pracht und Größe verdienen zu Recht einen Starauftritt. Ihre Ankunft am Morgen wurde demzufolge durch eine Polizeistreife eskortiert. Eine Stretchlimousine war für die beiden Stars allerdings viel zu klein. Da musste schon ein langer LKW her. Straßensperren sorgten für ausreichend Abstand. Eine kleine Pressemeute und eine Handvoll Schaulustiger schenkten ihrem ersten Weihnachtsmarktauftritt gebührende Aufmerksamkeit.

Aber damit nicht genug der Spannung. Die größte Herausforderung bestand darin, den Stamm in das Loch zu bekommen. Vier starke Männer mussten mit anpacken. Augenmaß und Präzision waren hier gefragt. Doch der erste Versuch missglückte. Der Stamm war zu dick. Da musste die Motorsäge her. Unter ihrem Gekreisch verstummte das Ächzen der Bäume, denen nach und nach kleine Holzstücke abgesägt wurden.
Schließlich passte alles. Die Bäume standen und wurden mit Seilen abgesichert. Fehlt nur noch das passende Outfit zum großen Auftritt auf einem Weihnachtsmarkt. Für Weihnachtsbäume sind das natürlich die Lichterketten. Die werden in den nächsten beiden Tagen angebracht. Damit erstrahlen die beiden selbst an grauen Wintertagen und bringen weihnachtliche Stimmung in die Stadt.

Das Schicksal der beiden grünen Riesen ist also besiegelt. Dabei hatten sie für Weihnachtsbaumverhältnisse ein eher ungewöhnliches Vorleben. Sie kommen nämlich nicht aus einem idyllischen Wald, sondern sind in der Stadt groß geworden. Bis vor Kurzem standen sie noch in der Kufsteiner Straße in Reutershagen, wo sie den Bewohnern aber zu groß geworden waren.
Sie und jeder andere Weihnachtsmarktbesucher können nun in den nächsten Wochen bestaunen, was aus ihnen geworden ist.