Kaum eine Postkarte aus Warnemünde kommt ohne ihn aus: den Teepott in Warnemünde. Er gehört zu den weltweit bekanntesten Wahrzeichen Rostocks. Nicht mal die Marienkirche, das Rathaus oder die Lange Straße kommen da mit, obwohl sie eine viel längere Geschichte haben, meint Oberbürgermeister Roland Methling.
1968 hatte die Stadt sich das runde Ausflugslokal mit der markanten Dachkonstruktion zum 750. Geburtstag als Geschenk gegönnt. Bereits 1984, also mit 16 Jahren, die moderne Betonkonstruktion unter Denkmalschutz gestellt. Zum 800. Stadtjubiläum erfolgt nun eine besondere Auszeichnung. Mit einer Plakette würdigte die Bundesingenieurkammer den Teepott als „historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“. Zum ersten Mal erhält ein Bauwerk in Mecklenburg-Vorpommern diesen Titel. Mit 50 Jahren ist es das jüngste aus der Reihe der mittlerweile 23 Ingenieurbauwerke in ganz Deutschland.

Zwar gab es bereits internationale Vorbilder, in der DDR jedoch betrat der aus Binz stammende Bauingenieur Ulrich Müther in den 1960er mit seinen sogenannten Hyparschalen Neuland. Der Warnemünder Teepott verhalf seiner Karriere und dieser besonderen Bauweise zum Durchbruch. Überall in der DDR wurden „Müther-Bauten“ errichtet. Die Fußumbauung des Berliner Fernsehturm zählt wohl zu den bekanntesten. Auch international hat der Bauingenieur, der 2007 73-jährig verstorben ist, seine Spuren in Bauwerken hinterlassen.

Die Auszeichnung versteht Oberbürgermeister Roland Methling als „Ansporn für den im vergangenen Jahr erkannten Sanierungsbedarf“. Friedemann Kunz, dessen Familienstiftung Teepott-Eigentümer ist, hatte diesen auf Grundlage eines Baugutachtens angekündigt.